Rohstoffe

Panama erlaubt Export von gelagertem Erz aus stillgelegter Kupfermine

Ein kanadischer Bergbaukonzern darf Erz aus Cobre Panamá verarbeiten. Die Förderung bleibt wegen Umweltrisiken verboten. Das letzte Wort über die Zukunft der Mine ist damit aber nicht gesprochen.

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Die Kupfermine Cobre Panamá des Konzerns First Quantum wurde ab 2013 gebaut. Nach Unternehmensangaben belief sich die Investition auf 6,3 Milliarden US-Dollar.

Die Kupfermine Cobre Panamá des Konzerns First Quantum wurde ab 2013 gebaut. Nach Unternehmensangaben belief sich die Investition auf 6,3 Milliarden US-Dollar.

© La Nacion/imago

Panamas Handelsministerium hat am Dienstag dem kanadischen Bergbaukonzern First Quantum Minerals gestattet, bereits abgebautes gelagertes Erzgestein aus der stillgelegten Kupfermine Cobre Panamá zu verarbeiten, zu exportieren und zu vermarkten. Das geht aus einer im Amtsblatt veröffentlichten Anordnung hervor, über die die panamaische Zeitung La Prensa berichtet. Aus dem Material lassen sich laut First Quantum etwa 70.000 Tonnen Kupfer gewinnen.

Das Ministerium und First Quantum begründeten die Maßnahme in getrennten Erklärungen mit der Vermeidung von Umweltschäden. Das offen liegende Gestein enthält schwefelhaltige Mineralien. Bei Regen kann daraus sogenanntes saures Grubenwasser entstehen, das Böden und Gewässer belastet. „Diese Aktivität stellt keine Wiedereröffnung der Mine dar und umfasst keinerlei neue Bohrungen, Sprengungen oder Reaktivierung des Minenbetriebs“, erklärte First Quantum laut Reuters.

Keine neue Förderung erlaubt

Die Entscheidung beschränkt die Genehmigung auf bereits abgebautes Material. Neue Exploration, Förderung oder Sprengung bleibt ausdrücklich verboten. Sämtliche Kosten für Verarbeitung, Transport und Export trägt das Unternehmen.

First Quantum schätzt die erforderlichen Investitionen auf rund 250 Millionen US-Dollar und hat laut Reuters mit der Einstellung von etwa 1000 neuen Arbeitskräften begonnen. Die Belegschaft soll auf 3000 Personen wachsen. Bis zur Aufnahme der Verarbeitung rechnet das Unternehmen mit bis zu drei Monaten.

Die Mine Cobre Panamá, eine der größten Kupfertagebaue weltweit, wurde Ende 2023 nach landesweiten Massenprotesten geschlossen. Panamas Oberster Gerichtshof hatte den Betreibervertrag für verfassungswidrig erklärt. Die Mine erwirtschaftete zuvor rund fünf Prozent des panamaischen Bruttoinlandsprodukts, wie Reuters berichtet.

Forderungen nach Wiedereröffnung

Analysten von Goldman Sachs sehen laut Reuters in der Genehmigung und einer für Mitte April erwarteten unabhängigen Umweltprüfung Hinweise auf eine breitere Debatte über die Zukunft der Mine. Eine laufende Prüfung des Umweltministeriums ist laut der Zeitung La Estrella de Panamá fast abgeschlossen. Er bestätigt das Risiko sauren Grubenwassers und benennt Schwächen bei den Aufforstungsprogrammen.

In Panama bleiben die Positionen gespalten. Die Umweltorganisation CIAM warnte beim Bergbauforum im Juni 2025 vor wachsenden Umweltschäden bei einer möglichen Wiederaufnahme des Betriebs, wie La Prensa berichtet. Ehemalige Minenarbeiter und die Zulieferervereinigung Apimpa forderten dagegen bei Protestmärschen Gespräche über eine Wiedereröffnung. Frühere Beschäftigte schilderten laut dem Portal Newsroom Panama den wirtschaftlichen Niedergang der umliegenden Gemeinden seit der Schließung.

Cobre Panamá war vor der Schließung ein wirtschaftliches Schwergewicht für Panama: Die Mine trug laut Reuters rund fünf Prozent zum BIP bei und stand für etwa ein Prozent der weltweiten Kupferförderung.

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