Wegen einer Panne an einem Regierungsflugzeug sitzt Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) in Lissabon fest und verpasst die Regierungserklärung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) sowie die anschließende Debatte im Bundestag. Die Rückkehr von einem Besuch in der portugiesischen Hauptstadt verzögere sich so lange, dass die Teilnahme Habecks am Nachmittag nicht mehr möglich sei, sagte eine Ministeriumssprecherin. Der designierte Kanzlerkandidat der Grünen hätte eine Rede bei der Debatte halten sollen.
Wann genau der Minister zurückkehrt, war zunächst unklar. Die Flugzeit von Lissabon nach Berlin beträgt etwa dreieinhalb Stunden. Eigentlich hätte Habeck Dienstagnacht von der Tech-Konferenz „Web Summit“ zurückkehren sollen.
Vor dem Start des Airbus A350 hatte der Kapitän den Minister und die Mitreisenden über die Panne an der nur fünf Monate alten Maschine informiert. Konkreter Auslöser sei ein technischer Defekt am Zündkreis eines Triebwerks, der dazu geführt habe, dass eine Sicherung rausgesprungen sei. Das Flugzeug dürfe mit dem Fehler nicht abheben.
Berüchtigter Pannen-Flieger ausgemustert
Es war nicht die erste Panne bei der Flugbereitschaft. Auch Angela Merkel, Olaf Scholz, oder der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten in den vergangenen Jahren immer wieder mit Defekten an Regierungsfliegern zu kämpfen. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) musste im August 2023 mit dem Regierungsflugzeug A340-300 („Konrad Adenauer“) auf dem Weg nach Australien in Abu Dhabi gleich zweimal wegen technischer Probleme an den Tragflächenklappen wieder zum Flughafen zurückkehren.
Der Jet „Konrad Adenauer“ war im Herbst 2023 nach mehreren Pannen bei Regierungsreisen ausgemustert worden.
Der Airbus 350-900 „Kurt Schumacher“ war erst im vergangenen Juni im Rahmen des größten Modernisierungsprogramms in der Geschichte der Flugbereitschaft als letzter der drei neuen Langstreckenregierungsflieger an die Bundeswehr-Flugbereitschaft übergeben worden.
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