Parchim gehört zu den rund 25 Städten und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, die auf einem Zusatz unter dem Ortsschild ihren plattdeutschen Namen zu stehen haben. „Parchen“ heißt er und ist slawischen Ursprungs, „Pütt“ wie plattdeutsch für Pfütze ist ein weiterer Beiname der Kreisstadt. Seit April hängen die Zusatzschilder da, pünktlich zur Feier des 800-jährigen Stadtjubiläums. Seit dem 30. Mai wird gefeiert.
Mit Verleihung des Stadtrechts kamen deutsche Siedler
„Par“ steht slawisch für Erdhügel und bezieht sich wahrscheinlich auf die wichtige slawische Burg, die hier einmal stand. Reste von Burg und Hügel sind heute noch am Burgdamm zu sehen. Nach der Eroberung des slawischen Obodritenlandes durch Heinrich den Löwen 1160 soll Parchim jedoch noch weiter in slawischer Hand gewesen sein. Erst Heinrich Borwin II. öffnete Anfang des Jahres 1226 das Land Parchim für Kolonisten. Die Urkunde über die Bewidmung des neu erbauten Ortes Parchim mit einem Stadtrecht schildert die Gegend damals als „öde und unwegsam und dem Dienst der Götzen geweiht“.
Parchim stimmt für Nutzung des Flughafens durch Marine
Laura Larsson: „Das Berlin, das ich früher besucht habe, war entspannter“
Heinrich Borwin II. residierte auf der Burg Werle südlich von Bützow und weihte übrigens am 3. Juni 2026, nur zwei Tage vor seinem Tod, noch den Dom in Güstrow.
Mit der Verleihung des Stadtrechts begann eine Entwicklung, die Parchim zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum in Mecklenburg machte. Die günstige Lage an der Elde, die Nähe zur Lewitz und die Zugehörigkeit zum Hanseraum förderten Wohlstand und Wachstum. Noch heute zeugen die Fachwerkhäuser der Altstadt und die Backsteinkirchen davon – letztere sind Teil der Europäischen Route der Backsteingotik.
Zum Festakt am 3. Juni kam die Ministerpräsidentin
Die Festwoche zum Stadtjubiläum begann am 30. Mai mit einem Regionalmarkt, der Einweihung des neu gestalteten Schuhmarkt-Brunnens und einer großen Auftaktveranstaltung in der Kulturmühle. Im dortigen Stadtmuseum wurde die Sonderausstellung „800 Jahre Stadtgeflüster“ eröffnet.
Die Kulturmühle in Parchim mit dem Jungen Staatstheater, dem Stadtmuseum und dem Restaurant "Mahlwerk". Hier fand der Festakt zum 800-jährigen Stadtjubiläum statt.
© Katja Frick
Zum Festakt am 3. Juni kam auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und gratulierte. Sie würdigte die Entwicklung Parchims seit der deutschen Einheit: „Unser Land hat sich enorm entwickelt: wirtschaftlich, touristisch, kulturell. Dafür steht auch die Traditionsstadt Parchim.“ Die Altstadt habe durch die großflächige Sanierung Flair bekommen, tue den Einheimischen gut und ziehe Gäste an. Sie verwies auf die Umgestaltung der östlichen Altstadt und des Wassergangs, die durch Landesmittel ermöglicht wurde. Weitere Bauprojekte seien geplant. „Vier Erschließungs- und Vorbereitungsmaßnahmen wollen wir in diesem Jahr in die Städtebauförderung aufnehmen, darunter die Erneuerung der Mühlenstraße und des Fischerdamms“, versprach Manuela Schwesig.
Jubiläums-Stadtfest vom 5. bis 7. Juni mit Festumzug
Ein besonderer Anziehungspunkt der Festwoche wird das dreitägige Stadtfest vom 5. bis 7. Juni. Am Freitag um 18 Uhr wird es auf dem Alten Markt durch Stadtpräsidentin Ilka Rohr und Bürgermeister Dirk Flörke offiziell eröffnet. Von 16 bis 22 Uhr bietet die bunte Jubiläumsmeile in der Langen Straße Spezialitäten, Kunsthandwerk, Kinder- und Festival-Schminken, Karikaturen und mehr. Ab 16 Uhr eröffnet der Mittelaltermarkt am Mönchhof.
Publikumsmagneten auf den drei Bühnen in der Altstadt werden sicher die Schlagerbuben, das DJ-Projekt Stereoact sowie die Band Northern Lite. Höhepunkt wird am 7. Juni ab 14 Uhr der große Festumzug durch die Altstadt. Mehr als 2000 Teilnehmer aus Vereinen, Schulen, Unternehmen, Feuerwehren, Kulturgruppen und Institutionen wollen dabei die Geschichte und Gegenwart Parchims darstellen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de