Elfmeterheld Konstantin Heide hat die deutsche U17-Nationalmannschaft in das Weltmeisterschaftsfinale geführt. Bei seinem WM-Debüt parierte der Torhüter der SpVgg Unterhaching bei der Nervenprobe vom Punkt zwei Elfmeter der Argentinier – Doppeltorschütze Paris Brunner verwandelte dann den entscheidenden Versuch für Deutschland. Nach dem packenden Triumph mit 4:2 im Elfmeterschießen im Halbfinale greift der deutsche Fußball-Nachwuchs am Sonnabend wie zuletzt vor fast vier Jahrzehnten nach dem ersten Weltmeistertitel. Im schwülwarmen Surakarta in Indonesien demonstrierte die Auswahl von Trainer Christian Wück am Dienstag ein weiteres Mal ihre große Klasse – und enorme Nehmerqualitäten.
Argentinien rettet sich in der Nachspielzeit ins Elfmeterschießen
Nach gut 100 mitreißenden Spielminuten hatte es 3:3 (1:2) gestanden. Das Dortmunder Supertalent Brunner war da schon erneut Torschütze durch einen Doppelpack (10./58. Minute), nach dem Treffer des Hoffenheimers Max Moerstedt (69.) zum 3:2 sah Deutschland lange wie der Sieger aus. Doch Dreifachtorschütze Agustin Ruberto (36./45.+4./90.+7) rettete eine anfangs überlegene Nachfolger-Generation von Lionel Messi & Co ins Elfmeterschießen.
Mit deutschen Tugenden: U17 erreicht durch Sieg gegen Spanien das WM-Halbfinale
Nach tristen Tagen für die A-Nationalmannschaft verzückt das Nachwuchsteam den Deutschen Fußball-Bund weiter. Nach dem EM-Titel im Sommer, als die U17 vom Punkt im Finale gegen Frankreich gewann, soll ein weiterer Titel her. Frankreich oder Mali ist am Sonnabend im Endspiel diesmal der Gegner.
1. FC Union Berlin: Bjelica bittet zum Aufgalopp und bringt das Lächeln zurück
Verlieren verboten! Wie der 1. FC Union Berlin noch in die Europa League kommt
Nur einmal glückte dem DFB in dieser Turnier-Historie zuvor der Einzug in das Endspiel. 1985 musste sich die Auswahl um Torschützenkönig Marcel Witeczek – damals traten noch U16-Teams gegeneinander an – Nigeria mit 0:2 geschlagen geben. Zuletzt im Halbfinale stand ein deutsches Team um Rani Khedira und Mitchell Weiser im Jahr 2011 in Mexiko. Damals wurde Deutschland Dritter.
Wie beim 1:0 im Viertelfinale, als Brunners verwandelter Foulelfmeter gegen dominante Spanier den Sieg brachte, übernahm das Dortmunder Supertalent auch im Halbfinale eine Hauptrolle. Beim ersten deutschen Angriff wurde er von Kapitän Noah Darvich vom FC Barcelona in Szene gesetzt und schloss eiskalt ab. Argentiniens Torhüter Jeremias Florentin hatte beim Schuss ins kurze Eck aber auch maßgeblichen Anteil am Treffer.
Deutschlands Torwart Konstantin Heide überzeugt im gesamten Spiel
Auf der Gegenseite überzeugte Heide schon vor dem Elfmeterschießen. Der kurzfristig für den erkrankten Stammkeeper Max Schmitt (FC Bayern) ins Team gerückte Unterhachinger rettete bravourös gegen Gustavo Albarracin (22.). Bei der Fast-Führung durch den „kleiner Teufel“ genannten Claudio Echeverri nach wenigen Sekunden wäre er machtlos gewesen. In der Nachspielzeit rettete Heide wiederholt – beim Ausgleich war er machtlos. Beim 1:1 der Argentinier verlor Brunner, der zuletzt im Klub wegen eines nicht näher benannten Vorfalls suspendiert war, den entscheidenden Zweikampf. Die Südamerikaner nutzten das entschlossen und kamen durch das sechste Turniertor von Ruberto wieder zurück. Bitter endete die erste Hälfte: Nachdem Brunner das deutsche 2:1 auf dem Fuß hatte, schlug Ruberto im Gegenzug noch einmal zum 1:2 für die Mannschaft des früheren Leverkusener Spielers Diego Placente zu.
Nach dem Seitenwechsel avancierte auch Brunner zum Doppeltorschützen. Der Dortmunder nutzte einen Fehlpass von Torhüter Florentin überlegt zum Ausgleich. Gegen eine patzende argentinische Defensive köpfte dann Moerstedt zum 3:2 ein, ehe der nächste große Auftritt von Ruberto folgte. Im Elfmeterschießen war damit Schluss.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de