Parken in Berlin soll Geld kosten

Vignetten für die Altstadt Köpenick

Insgesamt gibt es 541 Stellplätze in der Köpenicker Altstadt. 293 davon kosten bisher nichts. Doch das soll sich nun ändern. Parken soll Geld kosten, die Gegner machen mobil.

Karin Schmidl
3 Min
Geplant ist, dass Anwohner eine Zweijahres-Vignette für 50 Euro kaufen und Touristen tagsüber zur Kasse gebeten werden.

Geplant ist, dass Anwohner eine Zweijahres-Vignette für 50 Euro kaufen und Touristen tagsüber zur Kasse gebeten werden.

© Thomas Uhlemann Lizenz

Autofahrer in der Köpenicker Altstadt kennen das Problem: Rund um das historische Rathaus sind Parkplätze rar. Vor allem Anwohner und Touristen müssen mitunter lange durch die Gassen kurven, um einen Stellplatz zu finden. Zwar gibt es drei Baubrachen, auf denen Parkplätze von privaten Betreibern vermietet werden. Eine Stunde kostet dort einen Euro. Doch ungleich begehrter sind die Plätze an den Straßenrändern, denn diese sind kostenfrei. Noch. Der Bezirk Treptow-Köpenick will jetzt für die Altstadt eine Parkraumbewirtschaftung einführen. Dagegen gibt es Widerstand.

Parksuchverkehr minimieren

„Wir wollen den Parksuchverkehr minimieren und die Plätze vor allem Anwohnern und Gästen der Altstadt zur Verfügung stellen“, sagt Beate Szulzewsky vom Stadtplanungsamt. Insgesamt 541 Stellplätze gibt es in der Altstadt. Für 248 davon muss schon jetzt bezahlt werden. 293 kosten nichts, an 140 Orten sind lediglich zwei Stunden mit Parkscheibe erlaubt. „Doch die Praxis sieht so aus, dass Mitarbeiter aus umliegenden Geschäften oder aus dem Rathaus überall den ganzen Tag über ihre Pkw abstellen“, sagt der Immobilienunternehmer Stefan Ziesecke. Aus seinem Büro beobachtet er, wie alle zwei Stunden die Parkuhren verstellt werden. Kontrollen gebe es kaum. Es werde Zeit, so Ziesecke, dass die Dauerparker Platz machen für Touristen und Anwohner. Ähnlich äußert man sich auch beim Tourismusverein.

Geplant ist, dass Anwohner eine Zweijahres-Vignette für 50 Euro kaufen und Touristen tagsüber zur Kasse gebeten werden –für einen Euro pro Stunde. Doch gegen diese Regelung, die im Sommer vom Bezirksparlament beschlossen wurde, regt sich Widerstand. Eine Initiative sammelt sogar Unterschriften für ein Bürgerbegehren. „Wir wollen nicht, dass alle, die etwa ins Bürgeramt, zur Bibliothek, zum Standesamt oder zum Arzt müssen, finanziell belastet werden“, sagt der Initiator, der FDP-Politiker und Vorsitzende des Heimatvereins, Stefan Förster. Er und seine Mitstreiter sehen gar die kulturelle und touristische Entwicklung der Altstadt in Gefahr, sollte das Parken generell kostenpflichtig werden. Förster: „Wir wollen im gesamten Bezirk keine Parkraumbewirtschaftung.“

Dass in der Altstadt Handlungsbedarf besteht, bestätigt indes der fürs Ordnungsamt zuständige Stadtrat Gernot Klemm (Linke): „Bei Schwerpunktkontrollen im August wurden innerhalb von 20 Tagen 920 Parkverstöße registriert.“

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