Patienten mit mehr Rechten

Eine Quittung für den Kranken

Thomas Rogalla
2 Min

Lesense das mal durch und unterschreibense dann da unten rechts", sagt der Halbgott in Weiß, drückt dem bettlägerigen Patienten drei gelbe DIN A 4-Seiten in die Hand. Dann enteilt er mit wehendem Kittel und überlässt den medizinisch Unkundigen und Verunsicherten eine flott hingekritzelte OP-Beschreibung (Dilatation, Resektion, Trepanation) und ein Standard-Formular mit Angaben über die mit einer Operation verbundenen Risiken (von leichter Hautrötung bis Exitus).Das ist der Alltag in vielen Kliniken und Arztpraxen - und das soll nach dem Willen des rot-roten Senats nicht so bleiben. Der Senat hat gestern auf Vorschlag von Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linkspartei) beschlossen, gemeinsam mit Brandenburg eine Bundesratsinitiative zu starten, die den Patienten mehr Rechte, mehr Durchblick, mehr Mitsprache und letztlich eine qualitativ bessere Behandlung ermöglichen soll.Zwar gebe es eine Reihe von Vorschriften, wie Ärzte Patienten über eine bevorstehende Behandlung aufzuklären hätten, aber die müssten nun wegen der komplexen medizinischen Prozesse "gebündelt" und "konkretisiert" werden, sagte Lompscher. Ziel sei ein Bundesgesetz zur Stärkung der Patientenrechte.Darin sollte laut Lompscher die "patientenorientierte Aufklärung" eine wichtige Rolle spielen, der Arzt müsse den Behandlungsablauf umfassend erläutern und den Patienten in die Entscheidung mit einbeziehen. Wichtig sei auch eine wahre, vollständige und fälschungssichere Dokumentation der Behandlung. Zwar sei es heute schon Recht jedes Patienten, Einblick in seine Krankenakte zu nehmen, dies werde aber von den Ärzten häufig verweigert - oder der Patient werde als Querulant dargestellt, berichtete Berlins Patientenbeauftragte Karin Stötzner.Patienten sollten per Gesetz auf Wunsch auch eine Quittung verlangen können, auf der die erbrachten Leistungen samt Preis verzeichnet sind. Dies würde auch Betrugsfällen wie in den DRK-Klinken vorbeugen helfen, sagte Karin Stötzner.

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