Kommentar zum Super Bowl

Patrick Mahomes und die klassiche Rolle des Außenseiters

Der Quarterback der Kansas City Chiefs ist MVP des Finales in der NFL. Er wirkt wie ein ganz normaler Typ - und ist doch alles andere als das.

BLZ
2 Min
Touchdown: Patrick Mahomes wirkt wie einer, der auf dem Pausenhof von den großen Jungs gejagt wird und ihnen immer entwischt.

Touchdown: Patrick Mahomes wirkt wie einer, der auf dem Pausenhof von den großen Jungs gejagt wird und ihnen immer entwischt.

© Imago Images

Mahomes kommt ohne Skandale aus

Wenn es darum geht, zu erklären, warum im Sport die Außenseiter so beliebt sind, ist Mahomes vielleicht ein gutes Beispiel. Seine Chiefs waren gegen die 49ers Außenseiter, in ihm fanden sie ihren genialen Kopf. Er ist nun sportlich gesehen der Beste auf seiner Position in seinem Sport, MVP, most valuable, am weltvollsten.

Mehr noch als der sportliche Ertrag zählt bei Mahomes aber die Art, wie dieser Ertrag erbracht wurde. Mahomes bewegt sich auf dem Platz wie einer, den die großen starken Kerls auf dem Schulhof jagen, den sie aber nicht zu fassen kriegen. Das macht ihn im übertragenen Sinn greifbar, zu einer normalen Figur, sympathisch. Dazu keine Skandale, ein höfliches, zuvorkommendes Auftreten, keine große Klappe, eher Zurückhaltung.

Auch im Moment des Triumphes, nach einer der spektakulärsten Aufholjagten in der Geschichte des Super Bowl, unterließ Mahomes übertriebene Gesten, Kommentare, sagte lediglich wahrheitsgemäß: „Wir haben Herz gezeigt. Wir haben niemals den Glauben verloren. Niemand hat den Kopf hängen lassen.“ Das klassische Motiv: David besiegt Goliath. Die ideale Projektionsfläche für den Fan.

Ein ganz normaler Typ also. In der Vorstellung. In der Realität jedoch gibt es einige Abweichungen zum menschlichen Durchschnitt. Vor allem diese: Patrick Mahomes, das schrieb ESPN vergangenes Jahr, erwartet ein Fünf-Jahres-Vertrag und ein Gehalt von rund 200 Millionen Dollar. Klingt eher nach Goliath. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass aus einem Außenseiter kein Favorit werden kann.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema