Im tropischen Pazifik zeichnet sich ein Wechsel ab: Nach einer längeren kühleren Phase könnten sich die Bedingungen in Richtung El Niño entwickeln.
Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik stärker als üblich. Weil dieses System die großräumige Zirkulation der Atmosphäre beeinflusst, beobachten Meteorologinnen und Meteorologen die Entwicklung besonders aufmerksam.
Weder kalt noch besonders warm
Auch für Europa kann ein solcher Wechsel relevant sein. Über Veränderungen bei Luftdruck, Windmustern und dem Jetstream können sich die Auswirkungen eines El Niño bis in den Nordatlantikraum fortpflanzen. Für Deutschland ergibt sich daraus allerdings keine einfache Winterformel: Ein El Niño bedeutet weder automatisch einen außergewöhnlich milden noch einen besonders kalten Winter.
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Statistisch waren Winter in Mitteleuropa während früherer El-Niño-Phasen häufiger wechselhaft und vergleichsweise mild. Doch einzelne Winter können stark davon abweichen. Entscheidend ist unter anderem, wie sich der Polarwirbel entwickelt. Bleibt er stabil, verbleibt sehr kalte Arktisluft eher weit im Norden. Wird er dagegen durch Prozesse in der Stratosphäre geschwächt oder gestört, können Kaltluftausbrüche nach Europa wahrscheinlicher werden.
Eine belastbare Aussage über den kommenden Winter lässt sich daher noch nicht treffen. Die Pazifikentwicklung ist ein wichtiger Baustein der saisonalen Einordnung – aber nur einer von mehreren. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob sich El Niño tatsächlich etabliert und wie stark die globale Atmosphäre darauf reagiert.
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