Energiepolitik

Pekings Fünfjahresplan: Hälfte des Stroms bis 2030 aus nichtfossilen Quellen

Wind und Sonne sollen in der Volksrepublik China stärker zur Stromversorgung beitragen. Der Einsatz von Kohle und Erdöl soll bis 2030 seinen Höchststand erreichen.

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Photovoltaikmodule in Zaozhuang in der chinesischen Provinz Shandong

Photovoltaikmodule in Zaozhuang in der chinesischen Provinz Shandong

© Cfoto/imago

China will bis 2030 die Hälfte seines Stroms aus nichtfossilen Quellen erzeugen. Das geht aus einem Plan hervor, den die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission und die Nationale Energiebehörde am Donnerstag veröffentlicht haben.

Der Plan deckt den 15. Fünfjahreszeitraum von 2026 bis 2030 ab. Wind- und Solarenergie sollen allein 30 Prozent der Stromerzeugung liefern, nach 22 Prozent im Jahr 2025. Bei der installierten Leistung sollen beide Technologien zusammen mehr als die Hälfte ausmachen, was rund 2700 Gigawatt entspricht. Nichtfossile Energieträger sollen zudem ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs decken.

Kernkraft spielt dabei im chinesischen Strommix bislang eine untergeordnete Rolle. Laut der chinesischen Nuklearaufsichtsbehörde erzeugten die 59 laufenden Reaktoren im Jahr 2025 rund 467 Milliarden Kilowattstunden Strom, was 4,82 Prozent der gesamten Stromerzeugung entsprach. Die Internationale Energieagentur rechnet dennoch mit weiterem Wachstum: Von 2026 bis 2030 sollen in China fast 30 Gigawatt neue Kernkraftleistung ans Netz gehen.

Kohle- und Ölverbrauch soll Höchststand erreichen

Der Plan bekräftigt das Ziel, dass der Kohleverbrauch bis 2030 seinen Höhepunkt erreichen soll, nennt dafür aber keinen Wert. Auch der Ölverbrauch soll seinen Scheitelpunkt überschreiten. Die gesamte Kapazität zur Energieerzeugung soll bis 2030 auf 5,8 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten steigen. Der CO2-Ausstoß je erzeugter Stromeinheit soll im Fünfjahreszeitraum um mehr als zehn Prozent sinken.

Daneben sieht der Plan einen Ausbau der Energiespeicher außerhalb von Pumpspeicherkraftwerken auf 300 Gigawatt vor. Die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen soll auf zwei Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Bis 2030 soll auch ein einheitlicher nationaler Strommarkt im Wesentlichen aufgebaut sein.

Beobachter sehen Verlangsamung beim Ausbau

Branchenbeobachter werten die Vorgaben als vorsichtig. Die Politikberaterin Yao Zhe von Greenpeace Ostasien erklärte gegenüber Reuters, das Kapazitätsziel für Wind und Sonne bedeute eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem bisherigen Ausbautempo.

Die Emissionen im Stromsektor könnten zwischen 2026 und 2030 weiter steigen, weil ein jährlicher Zuwachs des Stromverbrauchs von mehr als fünf Prozent zur Norm werden dürfte. Mit dem chinesischen Ziel, den Höhepunkt der CO2-Emissionen bis 2030 zu erreichen, sei der Plan dennoch vereinbar, sagte Yao.

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