Meteorschwarm

Perseiden: Sternschnuppen dieses Jahr besonders gut zu beobachten

Spielt das Wetter mit, kann man das Spektakel um den 12. August herum sehen. Wann Sie die meisten Meteore beobachten können und woher diese überhaupt kommen.

Team News AFP/kmi
4 Min
In diesem Jahr ist der Perseidenschwarm besonders gut zu beobachten – sofern das Wetter mitspielt.

In diesem Jahr ist der Perseidenschwarm besonders gut zu beobachten – sofern das Wetter mitspielt.

© dpa/Patrick Pleul

Für Nachteulen und Frühaufsteher

Bei wolkenfreiem Himmel sind auch bereits vor dem Perseidenmaximum am späten Donnerstagabend viele dieser Sommermeteore am nächtlichen Firmament zu erspähen. Nachteulen oder Frühaufsteher sollten also bei Wolkenlücken jetzt schon einen Blick auf die eine oder andere Sommersternschnuppe erhaschen können. Manche Beobachter werden sich dann nach altem Brauch eingeladen fühlen, der sekundenschnell verglühenden Sternschnuppe einen geheimen Wunsch mit auf den Weg zu geben.

Seit jeher markieren die Augustmeteore für Sternschnuppenfans einen festen Termin im astronomischen Jahreskalender: Die Perseiden sind der einzige große Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Zur Zeit des Perseidenmaximums ab Mitte der Woche können so im Idealfall Dutzende Sternschnuppen pro Stunde am Himmel aufleuchten.

Diesmal kein störendes Mondlicht

„Dieses Jahr sind die Bedingungen besonders günstig, denn der Mond geht bereits am späten Abend unter“, heißt es bei der VdS. Der Nachthimmel wird also nicht durch Mondlicht aufgehellt, so dass mehr Meteore zu sehen sein werden. „Profis zählen unter sehr dunklem Himmel dann bis zu hundert Sternschnuppen, ein einzelner Beobachter nimmt etwa 30 bis 50 Meteore pro Stunde wahr“, schätzt die Astronomievereinigung. Die beste Beobachtungszeit während des Perseidenmaximums liegt demnach in den Nächten von Mittwoch auf Donnerstag und von Donnerstag auf Freitag.

Laut VdS sind die meisten Meteore nach Mitternacht zu sehen – und zwar in Blickrichtung Osten, wo um diese Zeit das Sternbild Perseus aufgeht. Von diesem Sternbild haben die Sommersternschnuppen auch ihren Namen: Im Perseus liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der sogenannte Radiant.

Schnuppen aus Kometenstaub

In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aber nicht von weit entfernten Fixsternen, sondern aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um das Zentralgestirn zurückgelassen hat.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel aus Kometenstaub mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Wie bei dichtem Schneetreiben

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich bei einem Meteorschwarm ein Bild wie einem Autofahrer bei einer Fahrt in dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe scheint es, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt nur die Perspektive einen Streich - genauso wie bei den Perseiden, deren Leuchtspuren sich aus Sicht des irdischen Beobachters allesamt ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Die größeren Meteore leuchten bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Gute Rundumsicht wichtig

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht – ein Liegestuhl oder eine Isomatte und eine gute Rundumsicht reichen aus. Ferngläser oder gar Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich, denn das Blickfeld solcher Instrumente ist für die flinken Himmelskreuzer viel zu klein.

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv verwenden, die Kamera auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

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