Pflegekrise

Job an der Charité: Warum eine Pflegekraft aus der Türkei nach Berlin umsiedelt

Die Charité sucht im Ausland Pflegekräfte, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. 600 Beschäftigte kommen 2025. Ismail Uslu fing im Sommer an. Seine Geschichte.

Christian Schwager
5 Min
Der Charité-Campus Virchow, wo Ismail Uslu als Pflegekraft arbeitet.

Der Charité-Campus Virchow, wo Ismail Uslu als Pflegekraft arbeitet.

© Jürgen ritter/imago

Sein neues Leben passte in einen Koffer. Viel mehr hatte Ismail Uslu nicht dabei, als er an einem Tag im Frühsommer in Schönefeld aus dem Flugzeug stieg. Er kam aus der Türkei, dem Westen des Landes, wo er geboren und aufgewachsen war, wo er den Beruf der Pflegefachkraft erlernte und an einem privaten Krankenhaus arbeitete. In Berlin erwartete ihn ein neuer Job in einer neuen Welt, an der Charité.

Sechs Monate ist das her. „Fünf Monate und drei Wochen“, präzisiert Uslu. In dieser kurzen Zeit ist viel passiert. Vor ein paar Tagen hat er eine sogenannte Kenntnisprüfung abgelegt. Er bekam einen Arztbrief in deutscher Sprache und mit medizinischen Fachbegriffen vorgelegt. Eine Viertelstunde hatte der 25-Jährige Zeit, sich darin zu vertiefen, danach sollte er eine halbe Stunde lang über den Inhalt referieren: über die Diagnose, eine mögliche Therapie, weitere Schritte für den Patienten. Ismail Uslu hat bestanden.

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