Sind wir in Kalifornien? Oder in einer südspanischen Stadt? Nein, wir sind mitten in Berlin – und zwar auf der Karl-Marx-Allee. Der Grünstreifen, einst gefeiert mit den Worten „mehr Grün, mehr Klimaschutz“, hat eine ähnliche Farbe wie Berlins Hitzeschutz-Bewertung der Deutschen Umwelthilfe: orangebraun. Und das schon Anfang Juni.
Das soll so sein, heißt es aus dem Bezirksamt Mitte. Das Stadtgrün befinde sich „in einem ordentlichen Zustand“. Das Braun in der Karl-Marx-Allee ist dem Amt zufolge kein Zeichen von Vernachlässigung, sondern Teil eines bewussten Pflegekonzepts zur Erhöhung der „Artenvielfalt im Bezirk“.
Wie der Bezirksamtssprecher Christian Zielke sagt, folgt die Bewirtschaftung der Fläche dem sogenannten Mahdkonzept. Dieses zeichne sich durch „extensive Pflege“, also durch geringen Einsatz, aus.
Vernachlässigung?
Verdorrter Grünstreifen auf der Karl-Marx-Allee: Der Bezirk sagt, das soll so sein
Auf der Magistrale zwischen Alexanderplatz und Frankfurter Tor ist der hart umkämpfte Grünstreifen schon zu Beginn des Sommers braun.
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Verdorrt und braun: der Grünstreifen auf der Karl-Marx-Allee
© Paul Zinken/ Berliner Zeitung