Das philippinische Außenministerium hat bei der chinesischen Botschaft in Manila förmlich Protest gegen ein vom chinesischen Staatsmedium China Daily verbreitetes Video eingelegt. Der Clip zeigt Filipinos als Affen und sorgt für neue Spannungen zwischen beiden Ländern. Das Ministerium fordert zudem die sofortige Löschung des Clips, der nach Angaben des Mediums von KI generiert wurde.
Das rund 58 Sekunden lange Video, das am 10. Juli veröffentlicht wurde, stellt die Philippinen als Affen in traditioneller Kleidung dar, der von den USA und Japan zur Anerkennung des Schiedsspruchs von 2016 zum Südchinesischen Meer gedrängt und anschließend von einem Schiff der chinesischen Küstenwache mit einem Wasserwerfer beschossen wird. Am Ende taucht ein Wal auf, der den Schiedsspruch als „Müll" bezeichnet.
Der stellvertretende Außenminister Leo Herrera-Lim hatte den chinesischen Botschafter Jing Quan bereits am 16. Juli zu einem persönlichen Gespräch einbestellt.
Nach Angaben des Ministeriums habe China Daily mit den Darstellungen „die legitime politische Debatte verlassen“ und auf „erniedrigende, entmenschlichende und rassistische“ Bilder zurückgegriffen. Solche Inhalte vergrößerten nur das Misstrauen zwischen beiden Ländern, teilte Ministeriumssprecherin Analyn Ratonel mit.
Verteidigungsminister spricht von „Propaganda“
Der philippinische Verteidigungsminister Gilberto Teodoro bezeichnete das Video als „verächtliche Propaganda“. Es lege die „moralische und intellektuelle Bankrotterklärung“ des chinesischen Propagandaapparats offen, erklärte Teodoro auf Facebook.
Die philippinische Botschaft in Peking wandte sich zudem laut der Philippine News Agency mit einem offenen Brief an die Chefredaktion von China Daily und warf dem Blatt einen Verstoß gegen redaktionelle Grundsätze vor.
Streit um Schiedsspruch von 2016
Hintergrund ist der zehnte Jahrestag des Schiedsspruchs des Ständigen Schiedshofs in Den Haag, der die weitreichenden Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen für unrechtmäßig erklärt hatte. Peking erkennt den Spruch nicht an und bezeichnet ihn als „null und nichtig“. Außenamtssprecher Lin Jian nannte das Verfahren am Dienstag laut China Daily eine „politische Farce“.
Vergangene Woche hatten 14 Staaten sowie die Europäische Union in gemeinsamen Erklärungen die Bindungswirkung des Schiedsspruchs bekräftigt.
China bestellte daraufhin nach eigenen Angaben Vertreter der betroffenen diplomatischen Missionen ein. Zwischen chinesischen und philippinischen Schiffen kommt es in den umstrittenen Gewässern immer wieder zu Zwischenfällen, darunter der Einsatz von Wasserwerfern der chinesischen Küstenwache.
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