Die Ruinen der NS-Terrorzentrale von SS, Gestapo und Reichssicherheitshauptdienst waren nach 1945 komplett beseitigt worden. Nur noch Grundmauern erinnern an Dienststellen und einstige Folterzellen. Ohne Hinweise auf die Geschichte war an der Wilhelmstraße jahrelang ein Autodrom betrieben worden, der Rest der Fläche verwilderte. Für Nachama sind die leeren Flächen ein Symbol für die freigeräumte Geschichte, Symbol des Wegräumens und des Plattmachens in den Jahrzehnten nach dem NS-Regime.Noch freilegen will die Stiftung den Eingangsbereich des Reichssicherheitshauptamtes und Teile der Kellerreste des früheren SS-Sicherheitsdienstes in der Wilhelmstraße 8 und 102. Einen festen Platz wünschte sich Nachama auch für die schon bestehende Dauerausstellung an der Niederkirchnerstraße. Nach den Vorstellungen der Stiftung könnte der geplante Neubau eines Besucherzentrums, einer Bibliothek und Seminarräumen direkt neben dem Gropius-Bau entstehen. Anders als der im Mai verworfene Vorschlag des Schweizer Architekten Zumthor schlug Nachama dafür eine "dem Gelände dienende Architektur" vor. Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) verlangte "Räume zum Nachdenken und Denken, kein Denkmal der Architektur". Die Bausenatorin kündigte an, dass die Türme des gescheiterten Zumthorprojektes unmittelbar nach den Sommerferien abgerissen werden. Nach wie vor verhandelt Junge-Reyer mit dem Schweizer Architekten über ausstehenende Honoraransprüche. Die SPD-Politikerin schließt wie Zumthor gerichtliche Auseinandersetzungen nicht mehr aus. Von dem gescheiterten Bauvorhaben erhalten bleibt voraussichtlich ein inzwischen bewachsener Hügel, auf dem Nachama sich eine Aussichtsplattform vorstellen kann. Die Neuausschreibung des Projektes erfolgt im Herbst. Fahrlässig sei es, so die Senatorin, einen genauen Eröffnungstermin zu nennen. Am 9. Juli diskutieren rund 20 Historiker und Architekten einen ganzen Tag lang über den Umgang mit dem Gelände. Am 11. Juli um 18 Uhr eröffnet die Topographiestiftung an den Bauzäunen die Ausstellung "Der Volksgerichtshof - Hitlers politisches Tribunal".------------------------------Grafik: Auf dem Freigelände der Topographie des Terrors können sich Besucher an Informationstafeln über die einstigen NS-Zentralen informieren.
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