In einem Einkaufszentrum ist es laut. Menschen schieben gestresst ihren Einkaufswagen über die Fliesen, Kinder ziehen an den Händen ihrer Eltern, aus der Bäckerei duftet es nach frischen Brötchen, im Café trifft man noch schnell den Nachbarn auf einen Kaffee: Dieses klassische Kiezleben gehört an vielen Orten in Marzahn-Hellersdorf längst der Vergangenheit an. Freiflächen weichen der Nachverdichtung, immer neue Wohnhäuser entstehen. Einer der letzten Orte ist das Tal-Center, um dessen Erhalt die Kiezbewohner seit Jahren kämpfen – und von einer Regierung nach der anderen enttäuscht und vertröstet werden.
Denn die vielen Schaufenster sind längst ausgeräumt. Die geschlossene Bowlingbahn gleicht dem Eingang einer Geisterbahn, das Kleidergeschäft „Kik“ hat vor wenigen Wochen sein letztes Hemd verkauft. Geblieben sind eine Apotheke, die gegen Ende des Jahres schließen wird, sowie ein Dönerladen, dem die Kündigung ebenfalls bevorsteht.
Kiezleben
Platte statt Gemeinschaft: Der Kampf um das Marzahn-Hellersdorfer Tal-Center und seine Folgen
Auf dem Tal-Center-Areal sollen mehr als 600 Wohnungen entstehen. Für die Anwohner geht es nicht nur um Hochhäuser, sondern darum, wieviel Kiez übrigbleibt.
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Blick auf das Tal-Center: Bald könnte hier eine weitere Platte hochgezogen werden.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung