Playoff-Viertelfinale: Diese Starting Six weckt besondere Erwartungen

Am Dienstag starten die Eisbären auswärts ins Playoff-Viertelfinale gegen Mannheim (19.30 Uhr). Und die Leistung der gesamten Mannschaft muss stimmen, um als Achter nach der Hauptrunde den Zweiten herauszufordern. Dennoch hat die folgende Starting Six besondere Erwartungen ...

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Am Dienstag starten die Eisbären auswärts ins Playoff-Viertelfinale gegen Mannheim (19.30 Uhr). Und die Leistung der gesamten Mannschaft muss stimmen, um als Achter nach der Hauptrunde den Zweiten herauszufordern. Dennoch hat die folgende Starting Six besondere Erwartungen geweckt.

Der Rückhalt: Petri Vehanen ist besonders unverzichtbar, in den Playoffs wird er Alleinunterhalter im Tor. Inzwischen zählt er 39 Jahre, aber an Ehrgeiz und Fitness hat er nichts eingebüßt. Nach jedem Spiel joggt er durch die Katakomben der jeweiligen Arena. In den Pre-Playoff-Spielen gegen Straubing war er der absolute Souverän, 96,77 Prozent aller Schüsse wehrte er ab. Bei der allgemeinen Euphorie über das gewonnene Marathonmatch am Freitag wäre das fast untergegangen. Die Straubinger Angreifer wirkten regelrecht eingeschüchtert, wenn sich der Weltmeister und KHL-Champion vor ihnen ausbreitete. Die entscheidende Frage im Viertelfinale wird sein: Kann Vehanen dem zu erwartenden Dauerdruck der Mannheimer standhalten? Nach der Hauptrunde stellten die Adler den zweitbesten Angriff der Liga, keine Mannschaft war im Powerplay effizienter als die Kurpfälzer. Für entsprechende Entlastung müssen Vehanens Vorderleute sorgen.

Der Alleskönner: Von keinem Spieler hängt die Stabilität in der Verteidigung so sehr ab wie von Micki DuPont, 36. Der Kanadier hatte sich gerade rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt von einer Ellbogenverletzung erholt und gab beim längsten Match der Eisbären-Geschichte am Freitag sein Comeback. „Ich habe schnell gespürt, dass meine Muskelkraft und die Power zurück sind, es geht mir gut.“ DuPont ist nicht nur als Routinier unverzichtbar, zusammen mit Frank Hördler trägt er den Namen Offensivverteidiger völlig zu Recht. In der Hauptrunde brachte er es auf neun Tore und 20 Vorlagen. In der Plus-Minus-Statistik, die für einen Feldspieler die Differenz von Toren und Gegentoren angibt, während er auf dem Eis war, stand er mit 13 satt im Plus. Wie man gegen Mannheim besteht, weiß der 23-fache NHL-Spieler gut. Er gehörte zu den Berliner Meistermannschaften 2005 und 2006, die das Ende der Mannheimer Ära in der Deutschen Eishockey-Liga einläuteten. Darauf basiert die tiefgreifende Rivalität.

Der Hoffnungsträger: In den vergangenen Jahren schaffte kaum ein Eisbär die Entwicklung vom Talent zum Leistungsträger. Eine Ausnahme ist Jonas Müller, 21, aus Karlshorst. Der Sportliche Leiter Stefan Ustorf hatte ihn im Verlauf der schleppenden Hauptrunde immer wieder herausgehoben als einen, der auch in schwierigen Zeiten regelmäßig seine Leistung brachte. Wegen einer Thrombose fehlte er drei Monate. Es ist offensichtlich, wie Müller von den Saison-Vorbereitungscamps bei den Los Angeles Kings profitiert. Gegen Straubing zeigte er sich läuferisch stark, im Zweikampf konsequent. Zudem hat er gezeigt, wie er die Spieleröffnung beherrscht.

Der Rückkehrer: Keiner wurde in dieser Saison so sehr vermisst wie Marcel Noebels, der erst fünf Spieltage vor Hauptrundenende die Folgen eines Kreuzbandrisses auskuriert hat. Obwohl der Rheinländer keine Eisbären-Sozialisa- tion genoss, sondern erst 2014 aus der American Hockey League kam, gehört er zu den Publikumslieblingen und Hoffnungsträgern für die nächsten Jahre. Sein Vertrag wurde gerade bis 2022 verlängert. In den sieben Spielen, die Noebels in der Hauptrunde und den Pre-Playoffs absolvierte, traf er vier Mal, etwa zum erlösenden 3:1 im ersten Straubing-Match. In den Playoffs 2016 hatte er sich nicht in Szene setzen können, das soll sich ändern. Er sagt: „Ich freue mich natürlich, dass ich der Mannschaft schon wieder so helfen kann.“

Der Kämpfer: Louis-Marc Aubry, 25, ist ein Grenzgänger. Als sich der kanadische Center Anfang Februar den Eisbären anschloss, hatte er keinen guten Start. Sowohl gegen Augsburg als auch gegen Wolfsburg holte er sich die erste Strafe des Spiels ab, beide Unterzahlspiele sorgten für Gegentreffer. Die positive Seite der Medaille: Der passionierte Zweikämpfer scheut kein Duell. Mit 193 Zentimetern Körpergröße bringt er eine wichtige physische Komponente mit, schon in der American Hockey League wurde er dafür gefürchtet. Davon profitiert gerade auch das wiedererstarkte Powerplay in den Pre-Playoffs. „Er ist hier sehr wichtig für uns“, sagt Trainer Uwe Krupp.

Der Goalgetter: Selbst Krupp fällt es schwer, die Leistungsexplosion von Jamie MacQueen, 28, zu erklären. „Es gibt nicht immer einen bestimmten Grund, warum es bei einem besser läuft oder bei einem anderen nicht so.“ Entscheidend sei am Ende nur, dass genügend Spieler in entsprechender Verfassung sind. Die drei Tore in bislang zwei Spielen haben aber natürlich Erwartungen geweckt an den Kanadier, der im Sommer als Meistermacher vom Zweitliga-Champion Kassel Huskies nach Berlin gekommen war. In den DEL2-Playoffs 2016 schoss er in 14 Spielen zwölf Tore und legte elf Mal auf. MacQueen weiß also, worauf es in der entscheidenden Saisonphase ankommt. Gegen Mannheim muss er beweisen, dass er auch die Abwehr einer DEL-Spitzenmannschaft bezwingen kann. An Selbstvertrauen mangelt es ihm jetzt nicht mehr.

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