Die Hiobsbotschaft trifft immer vor dem Wochenende ein. So auch am vergangenen Freitag als die Damen und Herren der staatlichen Bankenversicherung bei zwei lokalen Finanzinstituten in Crawford, Florida und Shoreline im US-Bundesstaat Washington auftauchten. Korrekt, diskret und entschlossen. Innerhalb weniger Minuten hingen bei der "Wakulla Bank" und der "Shoreline Bank" Schilder mit dem FDIC-Logo in der Tür. Die doppelte Botschaft darauf lautet: Die Bank hat geschlossen, aber die Einlagen sind gesichert.Über das Wochenende arbeiteten die Beamten unter Hochdruck daran, die Kundenkonten an die beiden Institutionen zu übertragen, die sich bereiterklärt haben, das Erbe der gescheiterten Finanzhäuser anzutreten. In diesem Fall fand die FDIC Banken in Arkansas und Kalifornien. Dadurch schont die staatliche Bankenversicherung ihren Fonds, aus dem sie Einlagen bis zu 250000 US-Dollar garantiert.Es handelt sich bereits um die 128. und 129. Pleite des laufenden Jahres. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Laut FDIC kämpft etwa jede zehnte der rund 8000 Banken in den USA ums Überleben. Seit dem Lehman-Kollaps im September 2008 schlossen genau 281 Finanzinstitute. Die meisten sind kleine und mittlere Banken, die sich reihenweise an Immobiliengeschäften verhoben haben. Viele entstanden um die Jahrtausendwende und wuchsen mit der Immobilienblase. Nach dem Platzen der Blase erwiesen sich viele Kredite sehr schnell als faul. In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass dies erst der Anfang einer Marktbereinigung ist, die innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einem Abschmelzen auf rund 5000 Banken führen könnte.Für die Beschäftigten der Branche bedeutet das wenig Gutes. Seit dem Platzen der Immobilienblase verloren bereits mehr als 188000 Angestellte ihre Jobs. Mit dem Bankensterben einher geht ein Strukturwandel, der die Gewichte hin zu den größeren Akteuren am Markt verschiebt: Während die FDIC kleinere und mittlere Banken aus dem Verkehr zieht, profitierten Großbanken von der Intervention der US-Regierung, die angeschlagene Riesen wie die Bank of America oder Citi mit Milliardenbeträgen aufpäppelte. All das hat Konsequenzen für die Kreditmärkte. Die Großbanken legen die Latte für die Geldvergabe immer höher, während die kleinen Häuser davor zurückschrecken, neue Risiken einzugehen, die ihre eigene Existenz aufs Spiel setzen könnte. Gleichzeitig verknappt das Bankensterben die verfügbaren Kredite und erweist sich damit zurzeit als zusätzliches Hindernis bei der Erholung der US-Konjunktur.
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