Nach dem Drohnenvorfall vom Mittwoch in Polen forderte Warschau die Aktivierung von Artikel 4 der Nato. Rüstungskonzerne sehen in der Eskalation gute Geschäftsmöglichkeiten.
So erklärte Armin Papperger, Geschäftsführer von Rheinmetall, gegenüber der Financial Times (FT), dass Europa seine Investitionen in kostengünstige Luftabwehrsysteme verstärken müsse, um der „Bedrohung“ durch russische Drohnen zu begegnen. Das Unternehmen sei bereit, Warschau mit Luftabwehrkapazitäten zu unterstützen, um das Land im Falle einer Anfrage zu schützen.
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Europa müsse Systeme zur Bekämpfung von Drohnen „auf sehr kostengünstige Weise“ entwickeln und gleichzeitig die Produktionskapazitäten erhöhen, so Papperger im Rahmen der DSEI-Rüstungsmesse in London. „Ich denke, dass die Ukraine die doppelte Menge dessen braucht, was sie derzeit hat. Aber wir müssen in Europa investieren, weil Europa fast nichts hat“, sagte er.
Die Produktionskapazität von Rheinmetall in dem Bereich ist gewachsen. Das Unternehmen hat seine Kapazitäten stark ausgebaut, auch im Ausland, etwa in Ungarn. In Zukunft soll Rheinmetall 200 mobile Luftabwehrsysteme des Typs Skyranger pro Jahr produzieren. Rheinmetall sei bereit, seine Systeme nach Polen zu liefern, sollte ein entsprechender Vertrag abgeschlossen werden, fügte Papperger hinzu. Gegen Ende des Jahres soll zudem die Lieferung von Skyranger-Systemen an die Ukraine beginnen.
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Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist Rheinmetall zu einem der größten Gewinner des Anstiegs der europäischen Rüstungsausgaben geworden. Laut Papperger strebt das Unternehmen bis 2030 eine Gewinnmarge von 20 Prozent bei einem Umsatz von 40 bis 50 Milliarden Euro an.
Seit Februar 2022 ist die Aktie von Rheinmetall um mehr als 1.800 Prozent gestiegen. Heute ist der Rüstungsriese der beste Performer im deutschen DAX-Index und weist eine Marktkapitalisierung von mehr als 85 Milliarden Euro auf – nur knapp unter den 90 Milliarden Euro von Lockheed Martin, dem größten reinen Rüstungsunternehmen der Welt.
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