Polizeigewalt

Mit einem Stinkefinger fing alles an: Polizeieinsatz eskaliert in Friedrichshain

Ein Tumult, bei dem auch ein Linke-Politiker verletzt wurde, hat ein Nachspiel. Doch wie kann ein Polizeieinsatz „aus dem Nichts“ eskalieren?

5 Min
Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik

© dpa

Ein Streifenwagen fährt mit Blaulicht und Martinshorn über die Frankfurter Allee. Plötzlich sitzt da ein Mann auf der Fahrbahn und hebt seine zwei Mittelfinger in Richtung des Polizeiautos. Auf diese Weise zwang er den Fahrer des herannahenden Funkstreifenwagens zur Vollbremsung. So stellt es die Polizei dar. Was in der Nacht zum 7. Juni, ab 0.55 Uhr, seinen Lauf nahm, endete mit mehreren Platzwunden, Festnahmen und dem Vorwurf der Körperverletzung im Amt durch Polizisten.

Zu den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Teilnehmern eines Straßenfestes war es im Kiez nördlich der Frankfurter Allee in Friedrichshain gekommen. Die Zeitung taz bezieht sich auf ein Video, auf dem zu sehen sei, wie sich einer der Beamten auf einen grauhaarigen Mann stürze. Zu sehen sei, dass der Polizist „zum Schlag ausholt“ und den Mann gewaltsam zu Boden bringe.

Auf dem Video seien zwei dumpfe Geräusche zu hören, „die wie feste Faustschläge mit Handschuhen klingen“. Ein 57-Jähriger sagte danach, dass er geschlagen und getreten worden sei und ein Knie im Nacken gehabt habe. „Ich war mir nicht sicher, ob sie mich umbringen“, wird der Mann zitiert. Seiner Darstellung zufolge hatten er und seine Begleiter lediglich von der Polizei wissen wollen, warum sie den Weg zur Frankfurter Allee versperrte.

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