PANKOW. Wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt der Staatsschutz gegen acht junge Männer und Frauen. Sie haben am Donnerstagabend auf einer Demonstration gegen den Bau der Ahmadiyya-Moschee in Heinersdorf ein Transparent mit vermutlich volksverhetzendem Inhalt bei sich getragen. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein.Auf dem etwa fünf Meter langen Transparent war eine Moschee mit Minarett abgebildet. Aus dem Minarett kam eine Sprechblase mit dem Satz: "Heute gehört uns Kreuzberg und morgen die ganze Welt!" Daneben hatten die Macher "Pankow, aufgepasst!" geschrieben.Der Festnahme der acht Transparent-Träger durch die Polizei war eine längere Auseinandersetzung mit Ordnern der Demonstration vorausgegangen. Die Initiative Pankow-Heinersdorfer Bürger (IPAHB) hatte vor Beginn der Demonstration etwa hundert Personen, die der rechten Szene zuzuordnen waren, mehrfach aufgefordert, am Ende des Zuges zu laufen. Die Polizei zog etwa 30 dieser Personen aus dem Pulk. Diese sammelten sich am Ende des Zuges. Als sich der rechte Trupp während der Abschlusskundgebung an der Kirche Alt-Pankow an die Spitze stellte und sein Transparent zeigte, stellten sich Ordner der Anwohnerinitiative demonstrativ davor. Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen Ordnern und den Transparentträgern. Die Polizei nahm die acht Personen vorübergehend fest. Sie wurden fotografiert, ihre Personalien festgestellt.Auch Republikaner und NPD sowie die rechtsgerichtete Bürgerbewegung Pro Deutschland hatten zu der Demonstration aufgerufen. Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt und der Berliner Republikaner-Chef Peter Warnst waren gekommen.Seit Bekanntwerden der Baupläne protestiert die Bürgerinitiative dagegen. Der jüngste Vorwurf des IPAHB-Vorsitzenden Joachim Swietlik gegen die Gemeinde lautet, die Moschee werde überwiegend aus deutschen Steuergeldern finanziert. Die meisten Ahmadiyyas bezögen staatliche Leistungen und müssten davon einen Anteil zum Bau der Moschee spenden. Der Imam der Berliner Ahmadiyya-Gemeinde, Abdul Basit Tariq, wies diese Behauptung zurück. "Jeder spendet freiwillig, manche viel, manche wenig, manche gar nichts."
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