Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest

Toter vor dem Friedhof abgelegt

Lutz Schnedelbach
3 Min

Die beiden jungen Männer tranken regelmäßig und viel Alkohol. Zunächst vor einem Supermarkt in Lichtenberg, aus dem sie öfter mal Schnaps mitgehen ließen, sagen Bekannte. Am Abend stritten sie häufig in ihrer Wohnung in der Fanningerstraße. Das ging seit Wochen so, sagen Nachbarn. Am vergangenen Wochenende hatten die beiden Männer Besuch von einem Trinkkumpan. Diesmal allerdings endete das Saufgelage tödlich. Der Besucher wurde nach durchzechter Nacht gestern früh offenbar von seinen Bekannten ermordet. Die Identität des Toten kennt die Polizei noch nicht. Der Mann hatte keine Papiere bei sich. Die Polizeibeamten nahmen die beiden tatverdächtigen Männer im Alter von 28 und 35 Jahren fest.Ein 54-jähriger Spaziergänger hatte den Toten gegen 7.30 Uhr entdeckt. Der Mann lag in der Gudrunstraße vor dem Metallzaun eines Firmengeländes, das einem Steinmetz gehört. Das Areal befindet sich gegenüber dem Haupteingang zum Zentralfriedhof in Friedrichsfelde. Die Leiche lag auf dem Rücken, sagten Passanten gestern. Das Gesicht sei entstellt gewesen. Der Spaziergänger alarmierte die Polizei. Schnell stand fest, dass der Mann nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Die Obduktion soll jetzt die genaue Todesursache klären. Spuren deuten daraufhin, dass er erschlagen worden sein könnte.Opfer starb in der WohnungFest steht allerdings, dass das Opfer nicht vor dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde umgebracht wurde, sondern in der Wohnung in der Fanningerstraße, etwa 250 Meter vom Friedhof entfernt. Eine Blutspur führte von der Gudrunstraße bis zur Wohnung. Die Fahnder nahmen dort den Mieter Ronny B. und seinen Bekannten Marko fest. Ob in den Räumen Beweise entdeckt worden sind, die den Tatverdacht gegen die beiden Männer erhärten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen nicht mit. Offenbar wurde der Tote zur Gudrunstraße getragen. Schleifspuren wurden nicht entdeckt. Bis zum Nachmittag suchten Kriminaltechniker auf der Straße und in der Wohnung nach Spuren. Auch die Bekleidung der Verdächtigen wird jetzt analysiert. Damit auch an den Händen keine Spuren verloren gehen, wurden den Männern Tüten über die Finger gezogen.Männer nicht vernehmungsfähigRonny B. wohne erst seit Februar dieses Jahres in der Fanningerstraße, berichteten Anwohner gestern. Seitdem sei dort nur gesoffen und gestritten worden. Vor 14 Tagen sei sein Freund Marko bei ihm eingezogen, erzählen Nachbarn. Sie berichteten auch, dass sich beide Männer aus dem Gefängnis kennen. Sie hätten den ganzen Tag vor dem Supermarkt abgehangen und getrunken. Von einer geregelten Arbeit wisse sie nichts, so eine Frau aus dem Haus.Ronny B. und sein Komplize Marko konnten bis gestern Nachmittag von der Mordkommission noch nicht befragt werden. Sie seien noch nicht vernehmungsfähig, hieß es aus dem Polizeipräsidium.------------------------------Foto: Polizisten sichern Spuren am Fundort des ermordeten Mannes.

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