Nach einem Jahr voller Event-Verschiebungen sei es den Musikern und Betreibern gegönnt. Als langjährige Konzertgängerin fehlt mir jedoch Abwechslung, der Drang, unbedingt irgendwohin zu müssen, um jemanden zu sehen.
Networking für schlechte Networker
Am Dienstagabend war ich dann beim Berliner Festival Pop-Kultur, das mit einem Pre-Opening die kommenden Festivaltage auf dem Gelände der Kulturbrauerei eingeläutet hat. Eine Open-Air-Show, die für das Nachwuchsprogramm gedacht war, für Newcomer, die sich treffen können. Auf der Bühne stand unter anderem die R&B-Sängerin Veenus, die Musikjournalistin Laura Aha sprach mit den Künstlerinnen Karma She und Christin Börsch-Supan. Letztere sollten berichten, was ihnen in ihrer Musikkarriere geholfen hat. „Networking“, sagte Börsch-Supan. Selbst schlechten Socializern könne das in einem Rahmen wie diesen gelingen.
Christin Börsch-Supan, Laura Aha und Karma She (v. l. n. r.) reden über Musikkarrieren.
© Roland Owsnitzki
Ich drehte den Kopf Richtung Publikum und sah, wie die Zuhörer bei einem Gläschen Aperol eifrig nickten. Das brachte mich ins Grübeln: Sollte man nicht dankbar sein, dass es überhaupt wieder Konzerte gibt? Kann man sich bei den Auftrittsmöglichkeiten nicht erst einmal wieder warm machen? Und ist Networking nach der Corona-Vereinsamung nicht für jeden zu gebrauchen?
Wenn dem so ist, sind die diesjährigen Line-ups alle egal! Am Ende ist der Zusammenschluss nämlich überall anders, die Erfahrung, die man sammelt, sowieso. Weniger gähnen, mehr besuchen, steht jetzt auf meiner To-do-Liste.
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