Am 7. Juni ist es vorbei. An diesem Tag, so kündigte Melinda French Gates an, werde sie den Vorsitz der Bill & Melinda Gates Foundation verlassen. Damit zieht eine der reichsten Frauen der Welt einen Schlussstrich unter das Kapitel Bill und Melinda, geschieden ist sie schon seit 2021 von dem Tech-Milliardär und Microsoft-Gründer. Dessen Verbindung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein soll einer der Gründe gewesen sein, warum die 59-Jährige sich von Gates trennte.
Nun verlässt Melinda Gates also die gemeinsame Stiftung mit 12,5 Milliarden Dollar im Koffer, um ein eigenes Projekt zu gründen, das wohl ähnlich ausgerichtet sein dürfte, wie die Bill & Melinda Gates Foundation, die sich der Armutsbekämpfung und der Gesundheitsversorgung verschrieben hat. Mit Einlagen von rund 47 Milliarden Dollar ist es die größte private Stiftung der Welt. Die Idee dazu soll dem Ex-Power-Couple bei einer Afrikareise gekommen sein, da war noch alles in Ordnung im Hause Gates.
Kein bisschen Frieden: Der ESC ist zum Skandal-Wettbewerb verkommen
Olaf Scholz, leicht verbeult: Unsere Stilkritik zum Global Solutions Summit
Wer nun glaubt, Melinda Gates sei die Art von Milliardärin, die ihr Vermögen künftig in den Hamptons verfeiert, der täuscht sich. Die in Dallas, Bundesstaat Texas (USA), geborene Unternehmerin hat bereits Mitte der 1980er-Jahre Informatik und Wirtschaft studiert, in einer Zeit also als der Begriff „Computernerd“ für Männer wie ihren künftigen Gatten reserviert war.
Nach ihrem Master-Abschluss versuchte French bei IBM anzuheuern, wo man ihr unverblümt den Rat gab, beim jungen und aufstrebenden Unternehmen Microsoft einen Job zu suchen. Bei Microsoft könne man als Frau leichter Karriere machen als beim alteingesessenen IT-Giganten IBM.
Dort lernte sie Bill Gates kennen, den sie 1994 heiratete und mit dem sie drei Kinder hat und an dessen Seite sie nicht unmaßgeblich für den Erfolg des Konzerns Microsoft beteiligt war. 2013 belegte Melinda Gates den dritten Platz der Forbes-Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt und gemeinsam mit MacKenzie Scott, der früheren Ehefrau von Jeff Bezos, setzt sie sich für die Gleichstellung der Geschlechter ein. Es gibt nur einen kleinen Fehler in Melinda French Gates Ausnahmekarriere: Sie soll verantwortlich sein für „Clippy“ („Karl Klammer“), dem nervigen Office-Programm in Form einer schwatzenden Büroklammer.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de