Die Energiekrise wütet, Inflation und Gaspreise erreichen im Wochentakt ungeahnte Höchstwerte und die Ampel hadert mit milliardenschweren Entlastungspaketen. Doch gerade im alltäglichen Leben der Verbraucher machen sich die multiplen Krisen in Deutschland immer mehr bemerkbar. So führen Supermärkte und Lebensmittel-Hersteller bereits seit Monaten einen regelrechten Preiskrieg, durch den bestimmte Markenartikel mittlerweile ganz aus den Regalen bei Rewe, Edeka und Co. verschwunden sind.
Konkret geht es in dem Konflikt um geplante Preiseanhebungen der Lebensmittelkonzerne. Die Hersteller rechtfertigen die teils drastischen Erhöhungen mit explodierenden Rohstoff- und Produktionskosten – viele Supermarktketten wollen die gestiegenen Preise dennoch nicht akzeptieren. Wie auch die Berliner Zeitung berichtete, kam es infolge der angespannten Situation in den vergangenen Wochen wiederholt zu Lieferstopps einiger Hersteller. Eine Auflistung des Handelblatts zeigt nun, welche Produkte infolge des Machtkampfs der Lebensmittel-Industrie aktuell schwieriger zu finden sind.
Edeka, Rewe: Eigenmarken in Supermärkten bis zu 24 Prozent teurer
Ritter Sport
Ganz so praktisch, wie es der Werbeslogan des heimischen Schokoladen-Herstellers verspricht, waren die quadratischen Tafeln von Ritter Sport in den vergangenen Monaten nicht zu finden. Bei Kaufland wird die Markenschokolade wohl bald gänzlich aus dem Sortiment fliegen. „Wir sind uns über einen neuen Vertrag nicht einig geworden“, teilte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Ritter Sport, Thomas Seeger, dem Handelsblatt diesbezüglich mit.
Coca-Cola
Im Streit zwischen Coca-Cola und der Supermarktkette Edeka setzte sich zuletzt der Getränkehersteller durch. Nachdem der US-Konzern massive Preissteigerungen angekündigt hatte, weigerte sich Edeka, diese mitzutragen. Coca-Cola verhängte kurzerhand einen Lieferstopp, Edeka beantragte eine einstweilige Verfügung – der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht Hamburg gab in seinem Urteil von Ende September dem Getränkehersteller recht. Discounter wie Aldi, Lidl und Penny haben sich indes mit den Preiserhöhungen abgefunden und geben diese nun an die Verbraucher weiter.
Kellogg's
Wer die Frühstücksflocken der Marke Kellogg's bevorzugt, wird bei Rewe künftig nicht mehr fündig werden. Man habe mit dem Hersteller „kein gemeinsames Verständnis von angemessenen Preiserhöhungen“, teilte ein Sprecher der Supermarkt-Kette gegenüber der Lebensmittel Zeitung mit. Bei Rewe sollen die Markenprodukte aus dem Hause Kellogg's nun mit Artikeln der günstigeren Eigenmarke „ja“ ersetzt werden.
Mars
Zu besonders großen Einschnitten kommt künftig bei den Produkten des Herstellers Mars. Auch hier wurde man sich preislich nicht einig. „Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet“, sagte ein Edeka-Sprecher diesbezüglich. Der US-Hersteller verhängte nun einen Lieferstopp gegen Rewe, Edeka und deren Tochterunternehmen Penny und Netto. Zur Produktpalette der Mars Incorporated gehören allerdings nicht nur die bekannten Schokoriegel, sondern auch zahlreiche weitere Lebensmittel wie die Kaugummis der Marke Airwaves oder die Pasta von Miracoli.
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