Ehrung

Preisverleihung: Polnische Autorin Klementyna Suchanow erhält Dresdner Friedenspreis

Die Aktivistin wird für ihren Einsatz für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit geehrt. Sie hält in ihrer Dankesrede einen eindringlichen Appell an uns alle.

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Jean Asselborn (l-r), ehemaliger Außenminister von Luxemburg, Preisträgerin Klementyna Suchanow, Frauenrechtsaktivistin aus Polen, und Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

Jean Asselborn (l-r), ehemaliger Außenminister von Luxemburg, Preisträgerin Klementyna Suchanow, Frauenrechtsaktivistin aus Polen, und Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

© obert Michael/dpa

Die polnische Journalistin und Aktivistin Klementyna Suchanow erhält den Friedenspreis Dresden 2026. Wie die Veranstalter mitteilten, wird die 1974 in Kamienna Góra geborene Autorin für ihr Engagement gegen den Abbau von Rechtsstaatlichkeit und für ihren Einsatz für Menschenrechte gewürdigt. Die Laudation bei der feierlichen Verleihung hält der ehemalige luxemburgische Außenminister Jean Asselborn.

Sie sagte in ihrer Dankesrede nach der Ehrung mit dem Friedenspreis Dresden in der Semperoper: „Was als Nächstes kommt, weiß niemand genau, aber im Falle eines Krieges werden einfache Bürger:in nen wie ich, wie viele von Ihnen und unsere Kinder mit ihrem Leben da für bezahlen. Deshalb rufe ich dazu auf, zu entschlossenen Mitteln zu greifen, auch zu ungewöhnlichen, denn außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Taten.“

Suchanow, die in Warschau in Literaturwissenschaft promovierte, wurde vor allem durch ihren Widerstand gegen die Politik der nationalkonservativen Partei PiS bekannt. Als die damalige polnische Regierungspartei legale Schwangerschaftsabbrüche faktisch unmöglich machte, organisierte Suchanow mehrere Protestaktionen. Doch ihr Wirken beschränkt sich nicht auf die Straße: Als Journalistin recherchierte sie intensiv zu den Strategien der PiS-Regierung, die gegen marginalisierte Gruppen mobilisierte und versuchte, den Rechtsstaat umzubauen.

Bei ihren Recherchen stellte Suchanow Parallelen zu politischen Entwicklungen in Lateinamerika fest, einer Region, die sie seit ihrer Studienzeit regelmäßig beobachtet. „Eine seltsame Sache, die überall passiert: Frauen werden angegriffen, gleichzeitig fühlen sie sich verloren, weil sie nicht vom Staat beschützt werden, sondern vom Staat selbst angegriffen werden", beschreibt sie die Muster, die sie länderübergreifend erkannte.

Festakt mit künstlerischem Begleitprogramm

Die Preisverleihung wird von einem kulturellen Rahmenprogramm begleitet: Der Jazz-Pianist Dominik Wania, der deutsche Rapper Juse Ju und die Dresdner Tänzerin Katja Erfurth gestalten den Festakt mit.

Der Friedenspreis Dresden wird seit 2010 jährlich vergeben und ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für Menschenrechte und Frieden einsetzen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus Leitungspersönlichkeiten großer Dresdner Institutionen. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert, die von der Klaus-Tschira-Stiftung bereitgestellt werden.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow, der Dirigent Daniel Barenboim und der russische Oppositionelle Alexej Nawalny. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

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