Australien

Prime Video mit Werbung: Amazon drohen jetzt Millionenstrafen

Wer keine Anzeigen sehen will, muss für die werbefreie Variante zusätzlich zahlen. Die australische Behörde verlangt deshalb nun Geldbußen und Entschädigungen.

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Werbung in Bezahl-Streamingdiensten ist zum Streitpunkt zwischen Plattformen und Verbraucherschützern geworden.

Werbung in Bezahl-Streamingdiensten ist zum Streitpunkt zwischen Plattformen und Verbraucherschützern geworden.

© Zoonar/Imago

Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC hat wegen der Einführung von Werbung beim Streamingdienst Prime Video ein Verfahren gegen Amazon Australia eingeleitet. Die Behörde teilte am Dienstag mit, sie werfe Amazon vor, gegen australisches Verbraucherrecht verstoßen zu haben. Das Unternehmen habe unfaire Klauseln in Prime-Verträgen verwendet und sich später darauf gestützt, um Werbung in den Streamingdienst Prime Video einzuführen.

Nach Angaben der ACCC führte Amazon bei Prime Video in Australien im Juli 2024 Werbung ein. Zuvor sei der Dienst fast vollständig werbefrei gewesen. Verbraucher, die Werbung vermeiden wollten, hätten mehr zahlen müssen, um den ursprünglich gebuchten Dienst beizubehalten, erklärte ACCC-Chefin Gina Cass-Gottlieb.

Behörde sieht Ungleichgewicht zulasten der Kunden

Die Behörde wirft Amazon Australia außerdem vor, Vertragsbedingungen verwendet zu haben, die einseitige Änderungen an den Diensten ermöglicht hätten. Nach Darstellung der ACCC hätten Kunden dabei keinen vertraglichen Anspruch auf anteilige Erstattung oder einen anderen wirksamen Ausgleich gehabt. Die Behörde sieht darin ein erhebliches Ungleichgewicht zulasten der Verbraucher.

Auch die US-Gesellschaft Amazon.com Services LLC spielt in dem Verfahren eine Rolle. Die ACCC behauptet, die US-Gesellschaft sei an der Ausarbeitung der australischen Verträge beteiligt gewesen. Außerdem habe Amazon US entschieden, Werbung bei Prime Video weltweit einzuführen, und bei der Umsetzung in Australien geholfen.

Die ACCC fordert vor Gericht unter anderem Geldbußen, Entschädigungen für Verbraucher und die Erstattung von Kosten. Der Fall gehört nach Angaben der Behörde zu den ersten streitigen Verfahren unter den neuen australischen Sanktionsregeln für unfaire Vertragsklauseln. Diese gelten für Verträge, die seit dem 9. November 2023 geschlossen oder erneuert wurden.

Der australische Sender ABC berichtete unter Berufung auf eine Stellungnahme von Amazon Australia, das Unternehmen prüfe den Fall. Amazon habe während der Untersuchung mit der ACCC kooperiert und konzentriere sich weiter auf sein Angebot für australische Kunden.


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