Militär

Produktion von KF-21-Kampfjets: Südkorea will Rüstungsgroßmacht werden

Südkorea präsentiert einen selbst entwickelten Kampfjet. Präsident Lee Jae-myung erklärt, sein Land wolle künftig „zu den vier führenden Verteidigungsmächten der Welt“ gehören.

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Ein KF-21 Kampfjet während eines Testflugs im Jahr 2025

Ein KF-21 Kampfjet während eines Testflugs im Jahr 2025

© Chris Jung/imago

Südkorea hat die ersten serienproduzierten Exemplare seines selbst entwickelten Überschall-Kampfjets KF-21 „Boramae“ vorgestellt. Das Flugzeug verkörpere den „leidenschaftlichen Wunsch nach einer eigenständigen Verteidigung“, erklärte Präsident Lee Jae-myung laut Yonhap bei einer Zeremonie am Hauptsitz des Herstellers Korea Aerospace Industries (KAI) in Sacheon.

Das Entwicklungsprogramm für den KF-21 war 2015 gestartet worden, um die veralteten US-amerikanischen F-4- und F-5-Maschinen der südkoreanischen Luftwaffe zu ersetzen. Nach Jahren der Entwicklung und Erprobung von Prototypen ist der Jet nun produktionsreif. Die Auslieferung an die eigene Luftwaffe soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen – bislang der einzige feste Vertrag für KAI.

Seoul plant Verkauf von Kampfjets an Indonesien

Als erster Exportkunde zeichnet sich Indonesien ab. Seoul plant laut Yonhap die Unterzeichnung eines Vertrags über eine Lieferung von 16 KF-21-Kampfjets an Jakarta. Indonesien war ursprünglich als Entwicklungspartner beteiligt, hatte seinen finanziellen Beitrag einem Bloomberg-Bericht zufolge jedoch reduziert und die geplante Bestellmenge von anfänglich 48 Jets deutlich gesenkt.

Lee erklärte, der KF-21-Jet habe durch „herausragende Leistung, niedrige Wartungskosten und flexible Erweiterungsmöglichkeiten“ Interesse geweckt. „Die Regierung wird den Erfolg der KF-21 als solide Grundlage nutzen, um zu den vier führenden Verteidigungsmächten der Welt zu gehören“, sagte Lee demnach.

Einige Analysten sehen laut Bloomberg eine Chance für Südkorea, mit den Golfstaaten über eine mögliche Lieferung von Kampfjets zu verhandeln. Der Konflikt im Nahen Osten habe den Fokus der dortigen Länder verstärkt auf die Luftstreitkräfte gelenkt. Viele Staaten setzen dem Bericht zufolge noch auf ältere F-15- und F-16-Modelle und haben mit der Ausnahme von Saudi-Arabien keinen Zugang zum US-amerikanischen F-35-Kampfjet.

Die Vorstellung des Jets fällt in eine Phase steigender Nachfrage nach Rüstungsgütern. Der seit vier Wochen andauernde Krieg im Nahen Osten treibt laut Bloomberg besonders die Aktienkurse südkoreanischer Hersteller von Raketenabwehrsystemen wie LIG Nex1 und Hanwha Aerospace nach oben, die den breiter gefassten Kospi-Index sowie vergleichbare Rüstungsunternehmen übertrafen.

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