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Neue Prognose: So viele neue Wohnungen braucht Berlin pro Jahr

Der Bedarf an neuen Wohnungen ist deutlich höher als die Zahl der tatsächlich fertiggestellten. In Berlin ist der Bedarf besonders hoch – und wird in den kommenden Jahren höher.

Eva Maria Braungart Team News dpa/Eva Maria Braungart
3 Min
In Berlin werden immer mehr neue Wohnungen gebraucht.

In Berlin werden immer mehr neue Wohnungen gebraucht.

© Monika Skolimowska/dpa

In Deutschland bleibt der Bedarf an neuem Wohnraum auch in den kommenden Jahren hoch. Laut einer Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) werden im Zeitraum von 2023 bis 2030 rund 320.000 neue Wohnungen jährlich benötigt. Damit liegt der Bedarf höher als die Anzahl der zuletzt pro Jahr fertiggestellten Wohnungen – im Jahr 2023 waren es demnach 294.000.

Zugleich gebe es je nach Region deutliche Unterschiede, hieß es in dem vom Bundesbauministerium beauftragten Gutachten weiter. Die kreisfreien Großstädte und ihre angrenzenden Landkreise liegen demnach bei den benötigten Wohnungen vorn, Regionen in der Peripherie brauchen deutlich weniger neuen Wohnraum.

Besonders hohe Nachfrage nach Wohnungen in Berlin, München, Hamburg

Allein die Nachfrage in den größten deutschen Städten Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Köln und Düsseldorf macht laut Prognose mit jährlich 60.000 benötigten neuen Wohnungen ein Fünftel des gesamten Bedarfs aus.

„Die Zahl der Haushalte wird unserer Prognose zufolge bis 2030 um 1,3 Prozent auf 42,6 Millionen wachsen. Das treibt die Nachfrage nach Wohnraum weiter an“, gab BBSR-Wohnungsmarktexpertin Anna Maria Müther mit Blick auf die gesamte Bundesrepublik an. Die zunehmende Zahl der Haushalte begründet das BBSR mit dem „anhaltenden Trend der Singularisierung und Alterung“, wodurch kleinere Haushaltsgrößen zunähmen.

In Berlin wird die Zahl der privaten Haushalte laut Prognose von 2022 bis 2045 um drei bis acht Prozent steigen – etwas weniger als die Bevölkerung, die laut Prognose im selben Zeitraum um neun bis 14 Prozent steigen soll. Dafür werden im Zeitraum von 2022 bis 2030 laut Prognose 60 bis 74 neue Wohnungen pro 10.000 Einwohner pro Jahr gebraucht. Berlin liegt dabei auf Platz zwei der Top-Sieben Städte in Deutschland. Spitzenreiter ist München, auf Platz drei folgt Frankfurt am Main, dann Stuttgart, Hamburg, Köln und Düsseldorf.

„Neue Wohnungen müssen vor allem in den wachstumsstarken Großstädten und ihrem Umland entstehen“, führte Müther aus. „Moderat“ sei der Bedarf an Neubau hingegen in vielen ländlichen Gegenden. „Gerade in Landkreisen mit abnehmender Bevölkerungszahl kommt es darauf an, nicht den Leerstand von morgen zu schaffen und vor allem den Bestand zu entwickeln“, erklärte sie.

Gewerkschaften fordern 100.000 Sozialwohnungen jährlich

Derweil forderten der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Deutsche Mieterbund angesichts der laufenden Koalitionsverhandlungen Union und SPD dazu auf, dem Thema Wohnen Priorität einzuräumen. „Das Thema Wohnen muss ganz oben auf die politische Agenda gesetzt werden“, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland von Donnerstag aus einem Offenen Brief an die Verhandlungsspitzen.

„Wir fordern im Rahmen der Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD entschlossene Maßnahmen für eine soziale und gerechte Wohnungspolitik“, schreiben DGB-Bundesvorstandsmitglied Stefan Körzell und Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten. Sie pochen demnach unter anderem auf 100.000 Sozialwohnungen jährlich. „Wir brauchen dauerhaft ein von der Schuldenbremse ausgenommenes Investitionsprogramm für den bezahlbaren Wohnungsbau, um endlich mehr Sozialwohnungen und bezahlbare Mietwohnungen zu bauen“, heißt es.

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