Nachdem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine umstrittene Rentenreform entgegen anhaltender Widerstände durchgesetzt hat, gab es am Montag erneut lautstarke – und kreative – Proteste gegen das Vorhaben. Um Punkt 20 Uhr machten viele Franzosen in den Straßen mit Kochtöpfen gegen den Staatschef und seine Reform lärm. Zur selben Zeit hielt Macron im Fernsehen eine Krisenansprache, wobei der 45-Jährige auch einige Versprechen und Zugeständnisse machte.
„Niemand – und ich am wenigsten – kann taub bleiben angesichts dieser Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit“, sagte Macron. Mit Blick auf die Gewerkschaften erklärte er, er habe „vorgeschlagen, von morgen an die Sozialpartner zu empfangen, also diejenigen, die dazu bereit sind“. Diese hatten zuvor jedoch bereits die Einladung abgelehnt und zum Protestgetöse vor den Rathäusern während der Rede des Präsidenten aufgerufen.
Macron: „Wurde diese Reform akzeptiert? Offensichtlich nicht“
Macron, der vor einem Jahr noch im Amt bestätigt wurde, steht vor einem gewaltigen Scherbenhaufen. Zwar hat er sein Reformprojekt durchgerungen, doch die Enttäuschung im Land sitzt tief. „Ich habe in den Demonstrationen die Ablehnung der Reform gehört, aber auch den Willen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern“, sagte der Präsident, der zudem einmal mehr die Notwendigkeit der Reform bekräftigte. „Wurde diese Reform akzeptiert? Offensichtlich nicht“, konstatierte er. „Trotz monatelanger Verhandlungen konnte kein Kompromiss gefunden werden, das bedaure ich.“
Dennoch sei das Vorhaben verfassungskonform verabschiedet worden. „Die Änderungen waren notwendig, um die Rente für alle zu sichern und mehr Wohlstand für die Nation zu schaffen“, sagte Macron, der in seiner Rede erstmals ausdrücklich die massiven Demonstrationen anerkannte. Die Proteste seien „in der übergroßen Mehrheit friedlich“ verlaufen.
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Für die kommenden hundert Tage kündigte Macron zahlreiche Vorhaben an, die das Leben der Franzosen verbessern sollten. Dazu zählen „grüne“ Industrievorhaben, mehr Sicherheitskräfte auf dem Land, mehr Schulsport sowie ein verstärkter Kampf gegen die illegale Einwanderung. So wie er sich dafür eingesetzt habe, die Pariser Kathedrale Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wieder aufzubauen, werde er sich jetzt um die Nation kümmern, versprach er. Am Nationalfeiertag am 14. Juli wolle er einer erste Bilanz ziehen.
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