Protest in Berlin

DDR-Flüchtlinge demonstrieren im März für West-Renten

Trotz Arbeit im Westen bekommen sie niedrigere Ost-Pensionen.

Norbert Koch-Klaucke
2 Min
Ehemalige DDR-Flüchtlinge kämpfen gegen die niedrigere Berechnungen ihrer Renten.

Ehemalige DDR-Flüchtlinge kämpfen gegen die niedrigere Berechnungen ihrer Renten.

© dpa

Auch DDR-Bürger, die noch vor Mauerfall wie Veronika Fischer den SED-Staat verließen, gehen jetzt auf die Barrikaden. Sie fühlen sich wie die Sängerin von der Bundesrepublik bei der Festlegung ihrer Renten betrogen. Die ehemaligen Flüchtlinge und Übersiedler haben für den 21. März zur Großdemo in Berlin aufgerufen.

Sie wurden von der Stasi verfolgt, saßen aus politischen Gründen im DDR-Knast: „Über 300.000 DDR-Flüchtlinge und Übersiedler sind aufgrund des falsch ausgelegten Rentenüberleitungsgesetzes im wiedervereinten Deutschland über Nacht wieder zu DDR-Bürgern abgestempelt geworden“, sagt Demo-Organisator Dr. Wolfgang Meyer.

Auch die Sängerin Veronika Fischer kämpft für eine faire Rente, sogar vor Gericht.

Auch die Sängerin Veronika Fischer kämpft für eine faire Rente, sogar vor Gericht.

© dpa

„Ihre Renten fallen nun niedriger aus als die jener Menschen, die in der DDR blieben. Es gibt kein Gesetz, das diese Zurückstufung legitimiert.“ Wer vor den Mauerfall in den Westen floh, wurde bei der Rentenberechnung von der alten Bundesrepublik so gestellt, als hätte er schon immer im Westen gearbeitet. Doch dann kam die Wiedervereinigung.

Zur Abrechnung des Arbeitslebens aller ehemaligen DDR-Bürger wurde das Rentenüberleitungsgesetz geschaffen. Und mit ihm stuften ab 1992 die Behörden auch die 300.000 DDR-Flüchtlinge wieder als DDR-Bürger ein. Die Folge: Sie bekommen trotz jahrelanger Arbeit im Westen nur die Ost-Rente.

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