Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften auf der komorischen Insel Anjouan ist ein Mensch ums Leben gekommen. Auslöser der Proteste sind massiv gestiegene Treibstoffpreise im Inselstaat im Indischen Ozean.
Fünf weitere Menschen seien bei den Auseinandersetzungen verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Mutsamudu, der Hauptstadt Anjouans, am Samstag laut der Nachrichtenagentur Reuters mit. Der Vorfall habe sich im Gebiet Mpage ereignet. Eine gerichtliche Untersuchung zu den Umständen des Todesfalls sei eingeleitet worden.
Die Zusammenstöße brachen nach Angaben von Reuters am Freitag aus, nachdem sich der Bürgermeister von Mirontsy mit dem Fischerverband getroffen hatte. Die Fischer streiken seit Mittwoch gegen die gestiegenen Treibstoffpreise. In Mutsamudu wurden Straßen mit Steinen blockiert.
Streik legt Hauptstadt lahm
Die Unruhen folgen auf einen breiteren Streik, der am Montag begonnen hatte. Die Regierung hatte zuvor die Preise für Diesel um 46 Prozent und für Benzin um 35 Prozent angehoben und verwies dabei laut Reuters auf den Konflikt im Nahen Osten. Die in diesem Zusammenhang andauernde Blockade der Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Ölexporte abgewickelt wurden, hat die Energiepreise weltweit in die Höhe schießen lassen.
Transportarbeiter und Händler legten den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt Moroni lahm. Nach Angaben der Nationalen Menschenrechtskommission wurden seit Beginn des Streiks 39 Personen festgenommen.
Regierung kündigt Milliardenhilfen an
Um die sozialen Folgen abzufedern, hat die Regierung ein Hilfspaket angekündigt. Energieminister Aboubacar Said Anli erklärte laut dem komorischen Nachrichtenportal Al Watwan auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, die Begleitmaßnahmen würden den Staat über einen Zeitraum von 90 Tagen mehr als zehn Milliarden Komoren-Francs kosten.
Vorgesehen ist demnach unter anderem eine Senkung der Steuern auf neun lebensnotwendige Güter wie Reis, Mehl, Zucker, Öl und Medikamente um 40 Prozent. Zudem sollen direkte Subventionen die Wasser- und Stromtarife stabilisieren und bedürftige Haushalte über ein soziales Sicherheitsnetz höhere Zuwendungen erhalten. Die Zuweisung werde über fünf Monate von 40.000 auf 60.000 Francs angehoben, hieß es.
Said Anli sagte Al Watwan, die neuen Tarife seien nur widerwillig beschlossen worden, um eine Versorgungslücke bei der staatlichen Ölgesellschaft SCH zu verhindern. Andernfalls hätten Stromausfälle gedroht.
Die Komoren sind ein Inselstaat im Indischen Ozean zwischen Ostafrika und Madagaskar. Das Land besteht aus drei Hauptinseln und zählt rund 900.000 Einwohner. Die ehemalige französische Kolonie gilt als eines der ärmsten Länder Afrikas. Es ist kulturell geprägt von afrikanischen, arabischen und französischen Einflüssen. Hauptstadt ist Moroni auf der Insel Grande Comore.
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