Südamerika

Proteste in Bolivien: Zusammenstöße zwischen Polizei und Bergleuten in La Paz

Bei Protesten in Bolivien forderten Demonstranten den Rücktritt des Präsidenten. Zudem kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

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Polizisten in La Paz: Am Donnerstag kam es zu Zusammenstößen mit Demonstranten.

Polizisten in La Paz: Am Donnerstag kam es zu Zusammenstößen mit Demonstranten.

© Aizar Raldes/AFP

In La Paz in Bolivien ist es am Donnerstag zu schweren Zusammenstößen zwischen protestierenden Bergleuten und der Polizei gekommen. Die Demonstranten versuchten laut der Nachrichtenagentur AP, in den Regierungspalast einzudringen und kleine Sprengladungen zu zünden. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Tausende Bergarbeiter zogen dem Bericht zufolge ins Zentrum der Stadt, um Arbeitsreformen und Zugang zu Treibstoff zu fordern. Im Laufe des Protests begannen einige von ihnen, Parolen zu skandieren, in denen der Rücktritt des Präsidenten Rodrigo Paz gefordert wurde.

Paz hatte die Wahl im vergangen Jahr gewonnen, was eine etwa zwei Jahrzehnte dauernde linke Regierungsära in Bolivien beendete, wie Reuters berichtet. Er hatte marktfreundliche Reformen versprochen, um das Land aus einer schweren Wirtschaftskrise zu führen.

Wirtschafts- und Treibstoffkrise verschärft Lage

Hintergrund der Proteste ist laut Reuters die sich zuspitzende Wirtschafts- und Treibstoffkrise infolge eines Mangels an US-Dollar und einer rückläufigen heimischen Energieproduktion.  Straßenblockaden in den vergangenen Tagen führten dem Bericht zufolge zu Engpässen bei Lebensmitteln, medizinischen Gütern und Sauerstoff für Krankenhäuser. Auch ländliche Lehrkräfte zogen am Donnerstag durch die Innenstadt, um höhere Löhne zu fordern, wie AP berichtet.

Die jüngste Protestwelle war laut AP ursprünglich von Bauern ausgelöst worden, die die Aufhebung eines Gesetzes forderten, das die Verpfändung von Land erlaubte. Paz unterzeichnete dem Bericht zufolge am Mittwochabend ein Dekret zur Annullierung des Gesetzes und rief zur Beendigung der Unruhen auf – die Proteste weiteten sich dennoch aus.

Wirtschaftsminister Jose Gabriel Espinoza erklärte beim Betreten des Präsidentenpalastes laut Reuters, die Regierung sei „offen für Dialog“. Eine mit dem Vorgang vertrauten Quelle erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, vor den Zusammenstößen am Donnerstag sei am Präsidentenpalast eine Delegation von rund 20 Bergleuten zu Gesprächen mit dem Präsidenten eingetroffen.

Regierungsvertreter machten dem Bericht zufolge die Opposition sowie den früheren linken Präsidenten Evo Morales für die Proteste verantwortlich. Morales erklärte auf der Plattform X, der Aufstand werde nicht enden, „solange die strukturellen Forderungen nach Treibstoff, Lebensmitteln und gegen die Inflation nicht erfüllt werden“.

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