Der Fall sorgte vor zweieinhalb Jahren wegen seiner Brutalität für Schlagzeilen: Am 7. August 2015 wurde ein 51 Jahre alter Polizist beim Versuch, einen Autodieb zu stellen, von einem Fahrzeug mitgeschleift und lebensgefährlich verletzt. Nun kommt der mutmaßliche Täter vor das Berliner Landgericht. Ab Montag muss sich der 30 Jahre alte Szymon R. vor der 35. Großen Strafkammer verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, schweren Bandendiebstahl, besonders schweren Diebstahl und Unfallflucht vor. Der Angeklagte soll als Mitglied einer polnischen Diebesbande am frühen Morgen des 7. August 2015 gemeinsam mit drei weiteren Mittätern von einem Mieterparkplatz an der Ruschestraße in Lichtenberg einen Audi A5 gestohlen haben. Zeugen hatten die Männer bei der Tat beobachtet und die Polizei alarmiert.
Kurz nach dem Diebstahl des Wagens sollen die Täter mit dem gestohlenen Fahrzeug noch einmal zum Tatort zurückgekehrt sein, um ein weiteres Auto zu entwenden. Dabei wurden sie jedoch von drei Polizeibeamten überrascht. Die Autodiebe versuchten daraufhin, mit dem zuvor entwendeten Audi zu fliehen.
Polizist lebensgefährlich verletzt
Einem 51-jährigen Polizisten sei es jedoch gelungen, durch die noch geöffnete Fahrertür des anfahrenden Autos zu greifen. Der Fahrer, bei dem es sich um den Angeklagten handeln soll, schlug jedoch die Tür zu und klemmte dem Fahnder die linke Hand ein. Dem Beamten sei es dadurch nicht mehr möglich gewesen, sich von dem Auto zu lösen. Er wurde von dem immer schneller fahrenden Audi mitgeschleift.
Nach etwa 70 Metern soll Szymon R. absichtlich ein am Straßenrand parkenden Wagen gestreift haben, um den Polizisten abzuschütteln. Der Beamte stürzte daraufhin laut Anklage und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Beamte kam auf die Intensivstation des Unfallkrankenhauses Marzahn. Die Polizei teilte damals mit, dass eine Schutzweste den Kollegen vor noch Schlimmeren bewahrt habe. Der damalige CDU-Innensenator Frank Henkel sprach nach der Tat von einem brutalen Angriff auf einen Polizisten, der fassungslos mache.
Polnische Diebesbande schlug öfters zu
Umfangreiche Ermittlungen einer Mordkommission führten die Fahnder auf die Spur einer polnischen Bande von Autodieben. Neun Mitglieder dieser Bande sollen im Februar 2016 erneut nach Berlin gekommen sein, um fünf weitere Autos zu stehlen. Dabei wurden sie festgenommen und im November 2016 zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und zehn Monaten sowie drei Jahren und acht Monaten verurteilt.
Ein Mitglied dieser Bande konnte als Fahrer des Audis identifiziert werden, der im August 2015 den Polizeibeamten lebensgefährlich verletzt hatte. Im Juli des vorigen Jahres wurde gegen Szymon R. Haftbefehl wegen versuchten Mordes an dem Polizisten erlassen. Zu dieser Zeit war der Beamte noch immer nicht dienstfähhig.
Für den Prozess hat die Schwurgerichtskammer bisher insgesamt fünf Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil könnte demnach am 26. März gesprochen werden.
Der öffentliche Prozess beginnt am Montag um 9.30 Uhr im Saal 618 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.
Diese Prozesse sind auch wichtig
Montag
Vor dem Landgericht Potsdam beginnt am Montag der Prozess um den mutmaßlichen Giftmord an einem eineinhalbjährigen Kind neu. Das Verfahren stand bereits kurz vor dem Ende und der Staatsanwalt hatte plädiert - da war Anfang Dezember des vergangenen Jahres überraschend einer der beiden Schöffen gestorben und der Prozess damit geplatzt. Er beginnt nun noch einmal von vorne.
Angeklagt ist der 37-jährige Ziehvater des Jungen. Ricardo H. muss sich vor der 1. Großen Strafkammer wegen Mordes verantworten. Er soll den Sohn seiner Lebensgefährtin im März 2014 in deren Wohnung in Potsdam-Schlaatz vorsätzlich mit einem tödlichen Medikamentennix aus Schmerz- und Schlaftabletten getötet haben. Laut Anklage hatte er den Jungen seit Monaten mit den Arzneimitteln ruhig gestellt, um selbst seine Ruhe vor dem oft kränkelnden und schreienden Kleinkind zu haben und schlafen zu können. Er soll die Medikamente in den Babybrei und stark gesüßten Tee gemischt haben. Für das Verfahren sind insgesamt zwölf Verhandlungstage vorgesehen. Mit einem Urteil wird am 27. April gerechnet.
Der öffentliche Prozess beginnt um 9 Uhr im Saal 6 des Landgerichts Potsdam in der Jägerallee 10 - 12.
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André S. soll seiner 81-jährigen Mutter in deren Wohnung in Pankow mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen haben, um an das Geld der Seniorin in Höhe von 8000 Euro zu gelangen. Nach der Tat habe der 64-Jährige versucht, die Hilfeschreie seiner Mutter mit Klebeband und Decken zu unterdrücken. Der Angeklagte soll danach das Geld an sich genommen und die Wohnung verlassen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Für das Verfahren am Landgericht sind bisher zwei Verhandlungstage terminiert.
Der öffentliche Prozess beginnt um 10 Uhr im Saal 820 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.
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Mittwoch
Wegen Mordes muss sich ein 60 Jahre alter Mann vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin verantworten. Walter P. soll am 18. August des vergangenen Jahres seiner 67 Jahre alten dementkranken Ehefrau in einer betreuten Wohneinrichtung für Senioren in Treptow-Köpenick eine tödliche Dosis eines Schlafmittels gespritzt haben. Die Frau sei daraufhin in der Nacht verstorben. Für das Verfahren sind bisher fünf Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil könnte demnach am 9. April fallen.
Der öffentliche Prozess beginnt um 9.30 Uhr im Saal 621 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.
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Donnerstag
Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verkündet seine mit Spannung erwartete Entscheidung nach dem Mordurteil gegen zwei Berliner Raser. Hamdi H. und Marvin N. waren am 27. Februar des vergangenen Jahres vom Berliner Landgericht wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Sie hatten sich nach Ansicht der Richter mit ihren PS-starken Fahrzeugen ein Stechen - ein illegales Autorennen geliefert.
Sie rasten in der Nacht zum 1. Februar 2016 über den Kudamm und die Tauentzienstraße und missachteten dabei, das ergaben die Ermittlungen, zehn rote Ampeln. Bis zur Ecke Nürnberger Straße ging alles gut. Dort wollte ein 69-jähriger Mann mit seinem Jeep bei grün in die Tauentzienstraße einbiegen. Mit Tempo 160 bis 170 raste der Wagen des damals 26-jährigen Hamdi H. heran und krachte ungebremste in den Jeep, der, so steht es im Berliner Urteil, "auf der Fahrerseite quasi durchstoßen wurde".
Die Richter folgten der Einschätzung der Staatsanwaltschaft: Es war Mord. Bei Mordmerkmal ging die Kammer vom Einsatz eines gemeingefährlichen Mittels aus. Die Richter gingen zwar davon aus, dass die Angeklagten niemanden töten wollten. Sie sahen aber einen bedingten Tötungsvorsatz. Hamdi H. und Marvin N. hätten wissen können, dass das Rennen tödlich endet. Gegen das Urteil hatten die beiden jungen Männer Revision eingelegt.
Der Verkündung des Urteils beginnt um 15 Uhr im Bundesgerichtshof in der Herrenstraße 45 a in Karlsruhe.
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Der 34-jährige Thorsten B. muss sich vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen des Verdachts der Körperverletzung und der Beleidigung verantworten. Er soll am 1. Juni des vergangenen Jahres in Wittenau in einem Bus der Berliner Verkehrsbetriebe eine Frau, die mit ihrem sieben Jahre alten Sohn zusteigen wollte, wieder aus dem Bus gestoßen haben.
Die Frau soll sich bei dem Sturz mehrere Prellungen und Stauchungen zugezogen haben. Der Mann soll die aus Nigeria stammende Frau zudem ausländer- und frauenfeindlich beleidigt haben. Für den Prozess ist nur ein Verhandlungstag geplant.
Der öffentliche Prozess beginnt um 9 Uhr im Saal 571 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.
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Freitag
Wegen Totschlags muss sich der 31-jährige Ayman El A. vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts verantworten. Er soll am 12. August des vergangenen Jahres gegen 4.10 Uhr vor einer Gaststätte in Neukölln bei einem Streit einem 25-jährigen Mann mehrmals gegen den Kopf geschlagen und ihn ein Messer in den Oberkörper gerammt haben. Das Opfer sei trotz sofortiger notärztlicher Versorgung wenig später in einem Krankenhaus gestorben. Bisher wurden für das Verfahren fünf Verhandlungstage terminiert.
Der öffentliche Prozess beginnt um 9.15 Uhr im Saal 704 des Kriminalgerichts Moabit in der Turmstraße 91.
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