Prozess um Schrottimmobilien

Notar soll Bande angehört haben

Erstmals steht ein sogenannter Mitternachtsnotar wegen Betrugs mit Schrottimmobilien vor Gericht. Marcel E. soll Mitglied einer Betrügerbande gewesen sein. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld. Nun wird das Urteil gegen ihn erwartet.

BLZ
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Der Ex-Notar Marcel E. vor dem Landgericht Moabit.

Der Ex-Notar Marcel E. vor dem Landgericht Moabit.

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Die Bande habe falsche Angaben über erwartbare Rendite und finanzielle Belastungen gemacht. Den Kunden entstand großer Schaden, viele werden noch Jahrzehnte lang die Kredite abzahlen. Von Steuerersparnis keine Spur.

Laut Anklage hat Marcel E. als Notar die Risiken vertuscht und die windigen Deals beurkundet, bei denen viele verdienten – nur nicht die geprellten Kunden. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte seine Unschuld beteuert. Er habe von kriminellen Machenschaften in seinem Umfeld nichts gewusst.

Nach eigener Auskunft hatte der ehemalige Notar oft außerhalb der Geschäftszeiten seiner Schöneberger Kanzlei Immobilienkäufe beurkundet, abends und am Wochenende. Er habe sich nichts dabei gedacht. Beobachter werten diese Arbeitszeiten jedoch als Indiz dafür, dass Kunden zur Unterschrift gedrängt wurden, ohne dass sie ausreichend Gelegenheit gehabt hätten, das Angebot zu prüfen. (BLZ)

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