Prozess vor Berliner Landgericht

22 Monate Haft für Kindesentführer

Zehn Stunden war ein kleines Mädchen in der Gewalt eines Entführers. Der Mann hatte die Achtjährige in seine Wohnung verschleppt. Nun wurde er vom Landgericht Berlin zu 22 Monaten Haft verurteilt.

BLZ
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Das Berliner Landgericht verurteilte den pädophilen Mann am Freitag wegen Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger.

Das Berliner Landgericht verurteilte den pädophilen Mann am Freitag wegen Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger.

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Ein 25-jähriger, der ein kleines Mädchen von einem Spielplatz entführt und gefangen gehalten hatte, muss 22 Monate in Haft. Das Berliner Landgericht verurteilte den pädophilen Mann am Freitag wegen Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger.
Nach zehn Stunden kam die Schülerin unverletzt aus der Wohnung des Berliners im Stadtteil Hellersdorf frei. „Der Mann fühlt sich sexuell zu jungen Mädchen hingezogen, es gab aber keinen Angriff auf das Kind“, urteilten die Richter. Das Gericht stellte eine Störung der Persönlichkeit fest, die aber nicht so schwerwiegend sei, eine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie zu verfügen.

„Er sah böse aus"

Das Mädchen hatte seine Großmutter besucht und war am Pfingstmontag in der Nähe deren Wohnung verschleppt worden. Als die Enkelin zurückkam, berichtete sie der Großmutter: „Er sah böse aus, ich hatte ganz doll Angst“.

Der Verurteilte hatte im Prozess behauptet, er erinnere sich an nichts. „Ich hatte Langeweile und brauchte jemanden zum Quatschen“, hatte der Berliner berichtet. Mit dem Mädchen hatte er Kinderfilme im Fernsehen angeschaut. Den angebotenen Kuchen hatte das Kind nach Aussagen der Oma nicht gegessen. Sie habe Angst vor dem schwarz gekleideten Mann gehabt und geweint.

Ein Großaufgebot der Polizei mit Hubschraubern und Spürhunden hatte die Gegend durchforstet. Die Angehörigen erlitten in den langen Stunden Höllenqualen, Hielt der Richter dem mit einem Totenkopf-Shirt bekleideten Mann vor. Erst am späten Abend stand die Kleine wieder an der Tür seiner Großmutter. „Ich sah ihre verängstigten Augen“, erinnerte sich die 52-jährige Lehrerin im Prozess. Bis heute habe das Kind Angst, alleine zur Schule zu gehen.

Die Polizei fand den Mann nach der Entführung vom 20. Mai schwer verletzt in seiner Wohnung auf. Zunächst wurde er in der Psychiatrie untergebracht. Im Verlauf des Prozesses stellte sich laut Urteil nach einem neuen Gutachten und Zeugenaussagen heraus, dass der Mann nicht derart krank sei, diese Maßnahme beizubehalten. (dpa)

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