Prozess vor dem Berliner Landgericht

Freundin mit Hammer erschlagen - 70-Jähriger schweigt vor Gericht

Kurz vor Weihnachten rief er bei der Polizei an. Er sei ausgerastet und habe seine Freundin getötet, gestand der Senior damals. Fünf Monate später verweigert er die Aussage.

BLZ
2 Min
Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit.

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Ein 70-Jähriger, der seine 22 Jahre jüngere Freundin mit einem Hammer erschlagen haben soll, hüllt sich vor dem Berliner Landgericht in Schweigen. Sein Verteidiger sagte zu Beginn des Prozesses am Montag, sein Mandant werde sich nicht äußern. Der Angeklagte soll die 48 Jahre alte Frau in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Biesdorf kurz vor Weihnachten attackiert haben, als sie im Schlafzimmer auf dem Bett saß.
Der 70-Jährige hatte am Morgen des 23. Dezember vorigen Jahres selbst die Polizei alarmiert. Für die Frau aber kam jede Hilfe zu spät. Die 48-Jährige hatte einen Schädelbruch erlitten und starb noch in der Wohnung. Der Senior, der nicht vorbestraft ist, soll laut Anklage „mehrfach mit großer Wucht“ zugeschlagen haben. Er muss sich wegen Totschlags verantworten.

Eifersucht als mögliches Motiv

Ein Beamter sagte als erster Zeuge, der Angeklagte habe kurz nach dem Geschehen gestanden, dass er in einem Streit „ausgerastet“ sei und die Frau umgebracht habe. „Er sagte damals, dass er keine Erklärung für die Tat habe.“ Über den Ablauf des mutmaßlichen Angriffs und ein Motiv habe der Verdächtige nicht sprechen wollen.
Der Angeklagte und die 48-Jährige sollen etwa fünf Jahre lang ein Paar gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass möglicherweise Eifersucht sowie Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation zu dem Drama geführt haben könnten.

Fortsetzung am 22. Mai

Ein Bekannter des Angeklagten sagte, er habe keine Probleme in dessen Beziehung mitbekommen. „Nach außen war es ein gutes Zusammenleben“, schilderte der 71-jährige Zeuge. Das Opfer beschrieb er als „sehr ordnungsliebend, manchmal einsilbig“, den mutmaßlichen Täter als „ruhig, sachlich, hilfsbereit“.
Der Prozess wird am 22. Mai mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt. (dpa)

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