Der Star-Koch Alfos Schuhbeck hat im neuen Prozess gegen ihn ein Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht München I räumte der 76-Jährig die Vorwürfe der Insolvenzverschleppung und des Betrugs mit Coronahilfen ein.
„Ich will mich diesem Verfahren stellen und räume den Sachverhalt der Anklage ein“, las er aus einer Erklärung vor. „Den angerichteten Schaden und die Sorgen und Nöte meiner Gläubiger bereue ich zutiefst. Ich entschuldige mich dafür.“
Geständnis ist Teil des Deals zwischen Schuhbeck und Gericht
Das Geständnis ist Teil eines sogenannten Deals zwischen allen Verfahrensbeteiligten. Schuhbeck erwartet nun – wenn sich im Prozess nichts ergibt, was dem entgegensteht – eine Gesamtstrafe zwischen mindestens vier und höchstens vier Jahren und acht Monaten.
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Darin eingerechnet sind allerdings schon die drei Jahre und zwei Monate, zu denen das Landgericht München I Schuhbeck bereits im Jahr 2022 wegen Steuerhinterziehung verurteilt hatte. Eine solche rückwirkende Bildung einer Gesamtstrafe ist dann vom Gesetzgeber vorgesehen, wenn die Taten zeitlich so liegen, dass sie auch schon im ersten Prozess hätten angeklagt werden können. Und das ist hier der Fall, weil sie sich auf die Zeit vor dem letzten Urteil beziehen.
Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding, erläuterte, darf es nicht zulasten eines Angeklagten gehen, wenn die Staatsanwaltschaft für die Ermittlungen und die Anklageerhebung länger braucht.
Schuhbeck soll 2,3 Millionen Euro hinterzogen haben
Schuhbeck hatte großen Ärger mit der Justiz: 2,3 Millionen Euro hat er nach Ansicht des zuständigen Landgerichts hinterzogen. Das Gericht war überzeugt davon, dass Schuhbeck mehr als 1000 Mal in die Kasse von zwei seiner Restaurants gegriffen und so Geld verschwinden lassen hat. Dazu nutzte er ein Computerprogramm, das ein Angestellter in seinem Auftrag erstellt hatte. „Ich habe einiges falsch gemacht“, sagte Schuhbeck 2022 vor Gericht, bevor er sich dann doch zu einem umfangreicheren Geständnis durchringen konnte.
Nach Angaben seines Anwalts Norbert Scharf ist eine schwere und unheilbare Krebserkrankung des 76-Jährigen ein Grund dafür, dass Schuhbeck und seine Verteidiger dem Deal zustimmten. Schuhbeck sei darum seit Monaten in Behandlung, habe operiert werden müssen. Die Erkrankung ist auch der Grund dafür, dass seine Haftstrafe derzeit ausgesetzt ist. Zunächst und noch bis Mitte September befindet Schuhbeck sich aus gesundheitlichen Gründen auf freiem Fuß.
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