Prügelattacke vertuscht

Angeklagte Polizisten schweigen

Sechs Berliner Polizisten, die einen Gewaltexzess eines Kollegen vertuscht haben sollen, stehen vor Gericht. Sie sind wegen Strafvereitlung angeklagt. Bislang verweigern sie eine Aussage.

BLZ
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Sechs Berliner Polizisten, die den Gewaltexzess eines Kollegen vertuscht haben sollen, stehen zweieinhalb Jahre nach dem Vorfall vor dem Amtsgericht. Die 38 bis 55 Jahre alten Beamten verweigerten zu Beginn des Prozesses am Donnerstag die Aussage. Die Anklage wirft ihnen Strafvereitelung im Amt vor. Sie sollen grundlose Schläge eines Kollegen mit einem Schlagstock verschwiegen oder als einen Unfall dargestellt haben, um ihn vor Strafe zu schützen.

Das Verfahren hatte jener Polizist ins Rollen gebracht, der bei dem Einsatz in der Silvesternacht 2011 wegen einer Schlägerei auf offener Straße in Berlin Hellersdorf einen jungen Mann am Kopf verletzt hatte. In seinem Prozess um Körperverletzung im Amt hatte der 37-jährige Beamte im November 2012 überraschend ein Geständnis abgelegt und von Vertuschung gesprochen.

Trotz Verurteilung im Dienst

Er und die an dem Einsatz beteiligten Kollegen hätten behauptet, er sei witterungsbedingt ausgerutscht. Bei dem Sturz habe er den Mann versehentlich mit dem Schlagstock getroffen. Der damals 23-Jährige erlitt zwei Platzwunden am Hinterkopf.
Der geständige Beamte wurde nach seiner Prügelattacke zu zehn Monaten Haft auf Bewährung wegen Körperverletzung im Amt verurteilt.

Er durfte im Dienst bleiben. Im jetzigen Prozess gilt er als Hauptbelastungszeuge. Die Richterin hatte seine Befragung für den ersten Tag geplant. Allerdings war für ihn noch keine Aussagegenehmigung seines Dienstherrn eingeholt worden. Seine Vernehmung wurde auf den 20. Mai vertagt.

Vorgesetzter stiftete zur Lüge an

Der Anklage zufolge soll der 37-Jährige sofort schockiert über sein Fehlverhalten gewesen sein und an eine Selbstanzeige gedacht haben. Sein Vorgesetzter bei dem Einsatz aber habe die Version eines Unfalls vorgeschlagen. Insgesamt sieben Beamte hätten die grundlose Gewalt ihres Kollegen auch bei Befragungen durch das Landeskriminalamt verschwiegen oder vertuscht. Das heute 24-jährige Opfer sagte, zu den Schlägen sei es gekommen, als es auf dem Boden lag. (dpa)

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