Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Teilnahme am G20-Gipfel in Brasilien abgesagt. Das teilte Putin in einem Pressegespräch mit, das im Internet übertragen wurde. Hintergrund ist ein aktueller Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH). Putin sagte demnach gegenüber Medienvertretern der Brics-Gruppe, er wolle den Gipfel im Zusammenhang mit der Anordnung des IStGH zu seiner Festnahme nicht stören.
Er wisse, welche Aufregung es um Russland und um den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen ihn persönlich gebe. „Ich habe gute freundschaftliche Beziehungen zu Präsident Lula. Soll ich eigens dorthin fahren, um die Arbeit dieses Forums zu stören?“, so Putin. Es würde kein anderes Thema geben, so Putin.
Außenminister Sergej Lawrow vertrat Putin zuletzt bei internationalen Gipfeln
Russland werde stattdessen im November eine „angemessene Vertretung“ Putins zum Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer nach Rio de Janeiro schicken, kündigte Putin an. In den vergangenen Jahren hatte er sich von Außenminister Sergej Lawrow vertreten lassen.
Der IStGH hatte seinen Haftbefehl wegen der mutmaßlichen illegalen Verschleppung ukrainischer Kinder im seit Februar 2022 andauernden Ukraine-Krieg ausgestellt. Die Ukraine, der Westen und Menschenrechtsaktivisten fordern seine Vollstreckung. Mitglieder des IStGH sind verpflichtet, von dem Gericht gesuchte Verdächtige festzunehmen. Brasilien ist seit 2002 Mitgliedstaat des Strafgerichts. Der amtierende Präsident Lula hatte jedoch bereits angekündigt, er würde Putin bei einer möglichen Anreise zum G20-Gipfel nicht verhaften lassen. (mit dpa)
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