Stadtleben

Queere Stadtführung im Nollendorfkiez: Prosecco und eine ordentliche Portion Latex

Seit mehr als 100 Jahren gibt es das Regenbogenviertel in Schöneberg. Die Kieztour unter der Leitung von Dragqueens gibt einen stilechten Einblick. Ein Ortstermin.

6 Min
Am Nollendorfplatz sei alles versucht worden, um ihn möglichst hässlich zu machen. „Es ist ihnen gelungen“, sagt Travestiekünstlerin und Kiezführerin Margot Schlönzke.

Am Nollendorfplatz sei alles versucht worden, um ihn möglichst hässlich zu machen. „Es ist ihnen gelungen“, sagt Travestiekünstlerin und Kiezführerin Margot Schlönzke.

© Benjamin Pritzkuleit

Im Hinterzimmer mit Leonardo DiCaprio? In der Heilen Welt – einer queeren Kultstätte in der Motzstraße in Schöneberg – geht das. Natürlich handelt es sich nicht um das Original aus Fleisch und Blut, sondern um ein Porträt. Aber immerhin hängt es stilecht am Kamin, durch eine Glastür vom regulären Bereich mit Kuschelsofas abgetrennt.

„Wir gehen bei dieser Tour immer ganz nach hinten“, sagt Travestiekünstlerin Margot Schlönzke neckisch, als wir sie bei einer ihrer regelmäßigen queeren Führungen durch den Nollendorfkiez begleiten. Mit dieser Ankündigung trifft sie bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ins Schwarze, denn gefragt nach ihren Erwartungen wollen sie im Regenbogenviertel eben nicht nur durch die Schaufensterscheibe gucken, sondern hoffen auf „skandalöse Einblicke“ und etwas „prickelndes Aufregendes“.

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