Jedes Jahr im Dezember, wenn Hans-Hartmut Lenz vor seinem Haus in Berlin-Reinickendorf seinen riesigen Weihnachtsbaum schmückt, denkt er an einen Oktobertag vor acht Jahren, an dem durch seine Siedlung ein Hauch von Rebellion wehte.
Damals, im Jahr 2015, rückten Polizisten vor Lenz‘ Haus an. Es ging um eine große Edeltanne in seinem Vorgarten – die Tanne, die seine Oma vor vielen Jahrzehnten gepflanzt hatte. Lenz’ Vermieter hatte Baumfäller geschickt, die Tanne sollte weg, und der Bezirk hatte es genehmigt. Es war ein weiteres, skurriles Kapitel in einem schon damals kaum noch zu lösenden Konflikt. Lenz und seine Nachbarn leisteten Widerstand. Auf ihre Art.
Wohnungsnot in Berlin
Räumungsklage kurz vor Weihnachten: Wie Manne Moslehner, 84, dem Berliner Mietmarkt zum Opfer fiel
Seit 13 Jahren wehrt sich eine Rentnergang in Berlin-Reinickendorf gegen ihren Vermieter. Nun droht der erste von ihnen sein Haus zu verlieren. Haben die Alten noch eine Chance?
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Manfred „Manne“ Moslehner vor seinem Haus in der Siedlung am Steinberg in Berlin-Reinickendorf. Der Vermieter will den 84-Jährigen aus dem Haus werfen, in dem er seit seiner Geburt lebt.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung