Raubtiere

Neue Wildkatzenart in Brasilien

Tigerkatzen haben sich in Brasilien weit auseinander entwickelt, zeigen genetische Untersuchungen. Sie bilden nun zwei Arten – eine nordöstliche und eine südliche.

BLZ
2 Min

Forscher haben eine neue Wildkatzenart in Brasilien identifiziert. Bei der in weiten Teilen des Landes vorkommenden Tigerkatze, Leopardus tigrinus, handelt es sich genetischen Untersuchungen zufolge um zwei verschiedene Arten.

Vermutlich entwickelten sich die Populationen im Nordosten seit mindestens 100.000 Jahren unabhängig von denen im Süden, schreiben Fachleute im US-Journal Current Biology. Selbst in Zentralbrasilien, wo beide Arten vorkommen, gebe es keine Vermischung.

Anpassung an unterschiedliche Lebensräume

Die Tigerkatze, auch Ozelotkatze oder Oncilla genannt, gehört zu den kleinsten Katzen in Süd- und Zentralamerika. Die nordöstlichen Populationen leben in trockeneren Savannen und Wäldern, die südlichen in dichteren und feuchteren Wäldern. Die Forscher der Bundesuniversität Rio Grande do Sul in Porto Alegre analysierten das Erbgut von 115 Tigerkatzen.

Darunter befanden sich Tiere aus dem Nordosten des Landes, die nie zuvor genetisch untersucht worden waren. Die Analyse zeigte, dass sich die Katzen aus den verschiedenen Regionen so sehr unterscheiden, dass sie als zwei Arten beschrieben werden sollten.

Bei der Entwicklung habe vermutlich die Anpassung an unterschiedliche Lebensräume eine wichtige Rolle gespielt. Die Forscher schlagen vor, die Tiere im Süden künftig unter dem Artnamen Leopardus guttulus zusammenzufassen. (dpa)

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