Kriminalität

Razzia bei Carsharing-Anbieter Miles: Chefs sollen Berlin um Millionen betrogen haben

An mehreren Miles-Standorten durchsuchen Ermittler die Räume des Carsharing-Anbieters. Zahlreiche Vorwürfe stehen gegen die Geschäftsführer im Raum.

Maria Windisch Team News maw
2 Min
Fahrzeuge des Carsharing-Anbieters Miles stehen in Berlin. Am Mittwoch gab es eine Razzia.

Fahrzeuge des Carsharing-Anbieters Miles stehen in Berlin. Am Mittwoch gab es eine Razzia.

© Schöning/imago

Razzia beim Carsharing-Anbieter Miles: Das Landeskriminalamt Berlin, die Polizei in Nordrhein-Westfalen sowie österreichische Ermittler haben am Mittwoch in Berlin und weiteren Orten die Büros und Wohnungen der Geschäftsführung durchsucht. Wie die Berliner Polizei am Nachmittag mitteilte, wird gegen die beiden 36 und 43 Jahre alten Chefs wegen mehrerer Delikte ermittelt. Demnach wird ihnen banden- und gewerbsmäßiger Betrug und Computerbetrug sowie Fälschung technischer Aufzeichnungen und Urkundenunterdrückung vorgeworfen.

Zum Hintergrund: Normalerweise zahlen die Sharing-Anbieter Parkgebühren automatisiert durch GPS-Standortdaten an die zuständigen Stellen beim Land Berlin. Bei dem Unternehmen Miles soll es dabei allerdings zu erheblichen Unstimmigkeiten gekommen sein.

Miles: Entgingen dem Land Berlin Millionenzahlungen?

Mitarbeitern der Ordnungsämter und der Bußgeldstelle der Polizei waren seit 2019 bereits signifikante Abweichungen bei der Zuverlässigkeit der Entrichtung von Parkgebühren in parkraumbewirtschafteten Zonen und eine außergewöhnlich hohe Zahl von Parkgebührenverstößen durch Miles-Fahrzeuge aufgefallen. Den Angaben zufolge entstand so der Verdacht, dass bei einer großen Anzahl dieser Fahrzeuge die sogenannten Telemetriedaten manipuliert worden sein könnten, um Gebühren zu vermeiden. Dem Land Berlin könnten so seit 2019 Gebühren in einer Höhe von bis zu 25 bis 30 Millionen Euro entgangen sein.

Die jetzigen Durchsuchungen erfolgten daraufhin in der Hauptstadt an den Wohnanschriften der beiden Beschuldigten sowie dem Firmensitz des Carsharing-Anbieters und in Nordrhein-Westfalen. Auch im österreichischen Wien suchten die Ermittler in Firmen nach Beweismitteln, die mit dem Carsharing-Unternehmen in geschäftlichem Kontakt stehen.

Sichergestellt wurden Datenträger und Geschäftsunterlagen, die im Rahmen der Ermittlungen nun ausgewertet werden. Hierbei soll auch geklärt werden, ob und wie die Manipulationen tatsächlich erfolgt sind und ob die beschuldigten Geschäftsführer des Unternehmens, möglicherweise auch mithilfe Dritter, diese veranlasst und vorgenommen haben. Das Unternehmen äußerte sich noch nicht zu den Vorwürfen.

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