SCHWERIN. Der kürzlich nach Berlin gezogene schwedische Rechtsideologe Patrik Brinkmann sucht den Schulterschluss mit der NPD. Die Nationaldemokraten seien die einzige Partei in Deutschland, die eine national orientierte Europa-Politik vertreten würden, sagte der Unternehmer gestern in Schwerin. Auf Einladung der dortigen NPD-Landtagsfraktion hält Brinkmanns "Kontinent-Europa-Stiftung" (KES) seit gestern einen zweitägigen Kongress in der Landeshauptstadt ab. An der Tagung zum Thema "Deutschland und Russland" nehmen fünfzig Wissenschaftler und Publizisten aus dem rechtsintellektuellen Spektrum beider Länder sowie eine Reihe von NPD-Spitzenfunktionären teil. Der Kongress findet an einem geheim gehaltenen Ort am Rande Schwerins statt.Brinkmann war vor drei Wochen in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er für 3,3 Millionen Euro eine Villa in Berlin-Zehlendorf erworben hat. Verfassungsschützer vermuten, dass der aus Jönköping stammende Unternehmer auch den Sitz seiner rechten KES-Stiftung nach Berlin verlegen wolle. Die Villa in der Nähe des U-Bahnhofs Krumme Lanke könne dann als eine Art Schulungszentrum für die Rechten benutzt werden. Nach Einschätzung von Experten strebt die Stiftung die Funktion einer ideologischen Dachorganisation für die rechtsextremen Parteien und die unabhängigen sogenannten nationalen Kräfte Europas einschließlich Russlands an. Ihr selbstformuliertes Ziel ist die Schaffung einer "großeuropäischen Zivilisation, mit der dem physischen Tod durch Einwanderung und dem politischen Tod durch Amerikanisierung entgegengewirkt" werden solle.Brinkmann als GeldgeberDie NPD verspricht sich von einer Annäherung an die KES-Stiftung einerseits eine intellektuelle Aufwertung. Experten schließen aber auch nicht aus, dass die am Rande des finanziellen Ruins stehende Partei in dem schwerreichen Brinkmann auch einen möglichen Geld- oder Darlehensgeber sieht.In Schwerin wollte sich Brinkmann gestern nicht dazu äußern, ob seine derzeit noch in Schweden ansässige Stiftung ihr Hauptquartier in die deutsche Hauptstadt verlegen werde. NPD-Funktionär Andreas Molau, der im Stiftungsvorstand sitzt, sagte dazu lediglich, man befinde sich derzeit im Prozess der "räumlichen Verortung". Neben dem Elsass sei auch Berlin eine Option als Sitz der KES-Stiftung.Das NPD-Vorstandsmitglied Udo Pastörs sagte in Schwerin, die Ziele der Stiftung entsprechen "passgenau unserem Konzept einer nationalen Politik auf sozialistischer Grundlage". Einig sei man sich darin, dass "wir die Pflicht haben, uns als weiße Völker zu erhalten". Für diesen "gottgewollten Völkergedanken müssen wir kämpfen", sagte Pastörs, der auch NPD-Fraktionschef im Landtag ist.------------------------------Foto: Patrik Brinkmann ist Gründer der Kontinent-Europa-Stiftung (KES).
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