Berlin steht ein Samstag mit mehreren politisch aufgeladenen Großversammlungen bevor. Die Polizei bereitet sich auf Einsätze an mindestens drei Standorten vor, an denen rechtsextreme Gruppen, Verschwörungsanhänger und deren Gegner aufeinandertreffen werden.
In Marzahn plant die neonazistische Kleinstpartei „Der Dritte Weg" ab 12 Uhr einen Aufmarsch am großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade. Unter dem Motto „Unsere Alternative heißt Revolution" sind 100 Teilnehmer angemeldet. Gegen den Aufzug formieren sich zwei Gegenkundgebungen mit den Titeln „Nazis raus aus Marzahn-Hellersdorf" und „Marzahn bleibt bunt – Gemeinsam für Vielfalt und Toleranz".
Eine Stunde später, ab 13 Uhr, versammeln sich am Potsdamer Platz weitere Rechtsextreme. Unter dem Motto „Freiheit für alle politischen Gefangenen" sind 200 Teilnehmer angekündigt. Laut Medienberichten und Anti-Nazi-Initiativen stammen die Organisatoren aus dem Umfeld von Neonazi-Projekten. Auch dort sind zwei Gegenveranstaltungen mit jeweils 100 angemeldeten Personen geplant, darunter eine unter dem Titel „Verbrechen sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt – Gegen NSU-Unterstützer und Konsorten".
Naidoo ruft im Internet zu Kundgebung auf
Die größte Veranstaltung des Tages ist am Großen Stern im Tiergarten geplant. Der Sänger Xavier Naidoo rief im Internet zu einer Kundgebung auf und kündigte seine persönliche Teilnahme an. Die Versammlung trägt den Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex". Bei der Polizei sind 10.000 Teilnehmer angemeldet, die Behörden rechnen jedoch mit einer deutlich geringeren Zahl.
Die Polizei stellt sich auf einen personalintensiven Einsatztag ein, an dem sie sowohl die angemeldeten Versammlungen als auch die zahlreichen Gegenproteste absichern muss.
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