Rechtsextremismus

Anschlag auf Asylheim

Der Staatsschutz ermittelt nach einer Serie rechtsextremer Angriffe. Brandenburger Politiker fordern jetzt gemeinsame Aktionen gegen Rechts.

Sebastian Höhn
2 Min
Teilnehmer eines Protestmarsches von Asylsuchenden, die auf ihre schlechten Lebensbedingungen in Deutschland aufmerksam machen (05.10.2012).

Teilnehmer eines Protestmarsches von Asylsuchenden, die auf ihre schlechten Lebensbedingungen in Deutschland aufmerksam machen (05.10.2012).

© dapd Lizenz

Die Fassade des Flüchtlingsheims beschmierten die Täter mit einem großen Hakenkreuz und dem Schriftzug „Rostock ist überall – NW Berlin“. 1992 hatte es in Rostock-Lichtenhagen schwerste ausländerfeindliche Ausschreitungen gegeben. Unter dem Beifall zahlreicher Anwohner hatten Rechtsextreme Brandsätze auf ein Wohnheim vietnamesischer Arbeiter geworfen. Das Kürzel NW steht für „Nationaler Widerstand“. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Mehrere Vorfälle in kurzer Zeit

Nachdem es seit dem Wochenende in Berlin und Brandenburg eine ganze Serie mutmaßlich rechtsextremer Anschläge gab, prüft die Polizei jetzt einen Zusammenhang. Nach Angaben eines Berliner Polizeisprechers stünden die Sicherheitsbehörden beider Länder in engem Kontakt.

In der Nacht zu Sonntag hatte es in Zossen (Teltow-Fläming) erneut einen Anschlag auf das Wohnhaus von Jörg Wanke gegeben. Er ist Vorsitzender der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“. In der Nacht zu Dienstag gab es mehrere rechtsextreme Übergriffe in Berlin. Dabei wurden in Tegel Scheiben des Parteibüros der Linken eingeworfen. Auch hier hinterließen die Täter das Kürzel NW. Das Anton-Schmaus-Haus, ein Jugendzentrum der „Falken“ in Britz, wurde mit Hakenkreuzen und Parolen beschmiert. Ebenfalls mit rechten Sprüchen wurde das Büro der SPD und des Bundestagsabgeordneten Swen Schulz in Spandau besprüht. Auch in Schöneweide wurden mehrere Gebäude mit rechten Parolen beschmiert, darunter ein Flüchtlingsheim.

Brandenburger Politiker fordern jetzt gemeinsame Aktionen gegen Rechts. Diese Angriffe seien massiv zu verurteilen, sagte Ursula Nonnenmacher, innenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. Justizminister Volker Schöneburg (Linke) sagte, der Kampf gegen ausländerfeindliches und extremistisches Gedankengut müsse intensiviert werden. Er hatte am Dienstag die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ besucht. (mit dpa, dapd)

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