Mein Vater hat mich angerufen. Es ging nicht um Steuerangelegenheiten. Er brauchte nicht meine Sozialversicherungsnummer. Kindergeld bekommen wir auch schon lange keines mehr. Er sagte, er rufe an, weil er wissen wolle, wie es mir gehe. "Ist irgendwas?", habe ich ihn gefragt, nachdem er nach einer Minute und dreißig immer noch nicht Atem holte, um "Okay, dann noch nen schönen Abend" zu sagen. "Geht es dir nicht gut?" Doch, es gehe ihm prächtig. In einer Woche habe er Urlaub. Er wolle nach Sizilien, zu Freunden. Essen, schwimmen, schlafen. Was mochte es nur sein, warum rief er mich an, war denn meine Mutter nicht zu Hause? Ich muss wachsam sein, er heckt wieder etwas aus, dachte ich. "Erzähl doch mal was", sagte er. "Mit deiner Mutter redest du doch auch so viel am Telefon." Ja also, mir gehe es gut, habe ich gesagt. Sizilien, aha, schön, aber heiß. Na ja, hier in Belin sei es ja auch heiß. Dann wurde ich redselig und sagte: "Ja, hmh, dann noch nen schönen Abend und grüß die Mama." Puh.Dilek Güngör hat heute ihre letzte Glosse geschrieben. Im September geht es weiter mit einer neuen Kolumne.
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