Jetzt schlagen sie sich beim Deutschen Fußball-Bund mal wieder auf die Schulter und loben sich gegenseitig, wie toll sie das hinbekommen haben mit der Reform der Nations League. Dank der Erweiterung der A-Liga von zwölf auf 16 Mannschaften dürfen die Deutschen weiter dort mitmachen: ganz oben. So wie die übrigen Absteiger Kroatien, Polen und Island auch. Die Lobbyarbeit beim europäischen Verband Uefa hat gewirkt, das wird jedenfalls suggeriert.
Uli Hoeneß reformiert die deutsche Nationalelf
Diskret verschwiegen wird dabei allerdings, dass die Erfindung der abstiegslosen Abstiegsregel auf den FC Schalke 04 zurückgeht. Der war 1965 in der Deutschen Meisterschaft wegen mangelnder sportlicher Befähigung bereits für die Zweitklassigkeit vorgesehen, als die Bundesliga dann doch noch um zwei auf 18 Teams aufgestockt wurde, wovon dann übrigens auch der Karlsruher SC profitierte.
In Vergessenheit mag diese Pionierarbeit der Schalker deshalb geraten sein, weil sie später noch andere wichtige Reformen auf den Weg zu bringen halfen. Das Fußballspielen ohne Toreschießen führten sie zur Serienreife. Unlängst folgte in Person ihres Präsidenten Clemens Tönnies schließlich die rassistische Bemerkung ohne rassistischen Hintergrund. Erst durch diese geradezu geniale Vorarbeit konnte der DFB mit seinem Urteil ohne Konsequenzen nachlegen.
Auch das Schalker Grundprinzip „Die Null muss stehen“ hat der DFB auf die Bedürfnisse seiner Auswahl zugeschnitten. Die Leitlinie „Last Coach standing“ wiederum ist Grundlage für eine Debatte um die Null im Tor, also nicht personell gesehen sondern auf die Zahl der Gegentreffer bezogen.
Leidenschaftlich wird ja derzeit die Debatte geführt, welcher Schlussmann unter der deutschen Latte zu stehen kommt: der aktuelle Herausforderer Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona oder der amtierende Torverteidiger Manuel Neuer vom FC Bayern.
Münchens Klubpräsident Uli Hoeneß soll vorsichtshalber gedroht haben, mit Konsequenzen nämlich, und zwar für den Fall, dass Neuer nur noch Ersatzmann sein sollte. Dann will Uli Hoeneß alle Profis seines FC Bayern aus der deutschen Auswahl abziehen.
Schon bahnt sich die nächste Reform an: die Nationalmannschaft ohne Nationalspieler.
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