Regimekritiker lesen im Haus der Kulturen der Welt

Erstmals seit 40 Jahren auf Tournee

elm
2 Min

Den größten Teil seines Erwachsenenlebens hat Pramoedya Ananta Toer in Haft oder Hausarrest verbracht. Zu widerständig war der indonesische Schriftsteller viele Jahre lang den jeweiligen Machthabern, offenbar zu furchteinflößend seine Nähe zur Kommunistischen Partei seines Heimatlandes. Da half auch nicht, daß Pramoedya angesehene Auszeichnungen erhalten hat und inzwischen sogar als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird. Die meisten seiner Werke sind in Indonesien noch heute verboten. Nun darf der mittlerweile 70jährige erstmals nach 40 Jahren seine Heimat verlassen und befindet sich nun auf Europatournee. Am heutigen Dienstag stellt er im Haus der Kulturen der Welt in Tiergarten sein Buch "Spur der Schritte" vor. Seine Lesung auf Indonesisch wird ins Deutsche übersetzt.Pramoedya Ananta Toer ist im Rahmen der Reihe "Entwürfe 2000" zu erleben. Bisher traten dort der amerikanische Kunsthistoriker Robert Farris Thompson (über afrikanische Traditionen im modernen Amerika) und der iranische Satiriker Huschang Golschiri auf, der zu den Hauptinitiatoren eines Appells für Redefreiheit in seiner Heimat gehörte. Den Abschluß bildet am Freitag, den 9. Juli, Bei Dao, ein in die USA geflohener Chinese, der Auszüge aus seiner regimekritischen Prosa und Lyrik vortragen will. (elm.)Entwürfe 2000: Haus der Kulturen der Welt, heute, 19.30 Uhr, Lesung von Pramoedya Ananta Toer, 7, erm. 3 Mark.

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