#reichenhetze

So kontern Twitter-Nutzer den Maischberger-Auftritt von Sebastian Kurz

Der österreichische Kanzler hatte in der Sendung eine Bemerkung über Reiche gemacht.

Robert Schlösser
2 Min

Der Auftritt von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ ist zwar schon fast eine Woche her, doch eine seiner Äußerungen hat bei Twitter ein anhaltendes Nachbeben ausgelöst. In Hinblick auf die oft rassistischen Äußerungen aus den Reihen seines Koalitionspartners, der FPÖ, beteuerte Kurz, dass für ihn eine rote Linie bestehe, die nicht überschritten werden dürfe.

Besonders die Hetze gegen eine bestimmte Gesellschaftsgruppe prangerte der Kanzler explizit an: „Wir haben erlebt, dass seitens anderer Parteien auch gegen Menschen, die reich sind oder viel die verdienen, gehetzt wurde. Das ist genauso falsch, wie wenn gegen andere Gruppe gehetzt wird.“

Aussage stößt auf massives Unverständnis

Es ist richtig, dass Wohlhabende gesamtgesellschaftlich gesehen eine Minderheit darstellen. Doch inwiefern diese unter Hetze und Diffamierung leiden, ist für viele Menschen nicht nachvollziehbar. Gerade bei Twitter stieß die Aussage des Kanzlers auf massives Unverständnis und ließ die Gemüter vieler Nutzer erhitzen.

Vor allem Personen, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder Namen ständig mit Alltagsrassismus konfrontiert sind, fühlen sich auf die Füße getreten. Unter dem ironisch anmutenden Hashtag #reichenhetze“ machen sie ihrem Ärger Luft und zeigen aus ihrer Sicht, was Hetze gegen Minderheiten wirklich bedeutet.

Debatte hält seit mehreren Tagen an

Angestoßen wurde die Debatte von einer Nutzerin namens „Vanniferrari“. Nachdem sie in einem Tweet schilderte, wie zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle belustigt den jugoslawischen Akzent ihres Vaters nachahmten, forderte sie andere Nutzer auf, von ihren eigenen Erfahrungen mit Rassismus im Alltag zu berichten. Die Aktion stieß auf hohe Resonanz und hält mittlerweile seit mehreren Tagen an. 

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